Krenek: Jonny spielt auf

Köln

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Fast acht Jahrzehnte nach seinem Sen­sationserfolg ist Ernst Kreneks «Jonny spielt auf» auch nach Köln zurückgekehrt. Allerdings nur aus zweiter Hand, denn die Abschiedsinszenierung des früheren Intendanten, Günter Krämer, lief 2002 bereits an der Wiener Staats­oper. Was an der Donau Seiji Ozawas Chefsache war, überließ man am Rhein Ryusuke Numajiri. Das Gürzenich-Or­ches­ter lenkte der junge Japaner mit Gespür für Kreneks eigenwillig abgemischte Nachromantik, dirigierte den hier und da verlangten Pseudo-Jazz aber recht tro­cken.


Im Gegensatz zu diesem Understatement bauscht Krämer die Geschichte durch foxtrotteligen Aktionismus auf. Immer wieder huschen giggelnde Girls schenkelschwenkend auf das sonst eher düstere Podium. Leise rieselt der Bühnenschnee von gestern auf selbiges, wo etliche Protagonisten mit Blitzgerammel nach Pavian-Art viel zu tun haben. Gesungen wurde am freundlich beklatschten Premierenabend übrigens auch, und gar nicht schlecht: Gerhard Siegels respektablen Tenor (alias Max, als Ernst Krenek inszeniert) hätte man gern gesund gehört; Michael Volle (alias Jonny, als Michael Jackson inszeniert) gab die Titelfigur mit Emphase; Baritonkollege Miljenko Turk (alias ...

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Opernwelt April 2005
Rubrik: Kurz berichtet, Seite 51
von Olaf Wilhelmer

Vergriffen
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