Händel: Flavio, Re de' Longobardi
Zum zweiten Mal schon hat das kleine, aber überlebenswillige und in der Region fest verankerte Theater Rudolstadt mit der Weimarer Musikhochschule «Franz Liszt» kooperiert. Auf diesem Wege kommt das vor einiger Zeit plötzlich von Eisenach «geschiedene» und auf sich allein gestellte Thüringer Theater zu Opernangeboten. Und die Studierenden kommen frühzeitig zu einem «richtigen» Publikum mitten im Theater- und Repertoirealltag.
Diese Kooperation funktionierte jetzt bei der selten gespielten Händel-Oper «Flavio» dank des in Weimar tätigen Regisseurs Elmar Fulda, dank Oliver Weder und seiner Thüringer Symphoniker Saalfeld-Rudolstadt und vor allem dank einer Riege von sich eifrig ins gefährliche Geschäft des Barockgesangs stürzenden jungen Sängern. Wobei in der deutsch gesungenen Version jede Rolle doppelt besetzt ist.
Vom König der Langobarden, wie die historisierend verworrene Geschichte im Untertitel heißt, ist allerdings nichts zu sehen. Auf der spartanischen Bühne beschränkt sich die Ausstattung auf einige bewegliche Stellwände und wenige Requisiten: Ganz ohne Mordwerkzeuge –einen Degen im Geigenkasten – geht es auch in dieser Oper nicht. Die Kostüme müssen vor allem aus den ...
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