Willkommen, bienvenue, welcome
Crossover? Da hebt sich in Deutschland noch immer manche Braue – wie man in den diversen Internetforen, die sich mit E und U beschäftigen, feststellen kann. Denn die Kategorien der E-Musik – von Beamten des 19. Jahrhunderts erfunden und Sammelbegriff für wertvolle, doch kommerziell vergleichsweise chancenarme Werke – und jene ihrer sich vermeintlich prostituierenden, weil dem Massengeschmack hinterherhechelnden Schwester, der U-Musik, wuseln noch immer in vielen Hirnen.
Dass man etwa in den angelsächsischen Ländern den Bereich der Unterhaltung nicht Dummköpfen überlässt, weil man ihn viel zu ernst nimmt, steht auf einem anderen Blatt.
Zwei Diven der Opernbühne üben in ihren neuen Recitals nun jenes Grenzgängertum in überzeugender Manier, wenn auch auf völlig unterschiedlichen Pfaden: Diana Damrau serviert in «Forever» eine gewagt bunte Mixtur aus Operette, Musical und Filmmusik; Anne Sofie von Otter widmet sich im zweiten Teil ihres Doppelalbums «Douce France» französischen Chansons mit Verve und ganz im Zauber des Varietés.
Die Damrau schenkt uns eineinviertel Stunden, in denen man das Gewicht der Welt nicht spürt. Einundzwanzig Nummern – ein Flickenteppich, aber keineswegs ...
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Opernwelt Januar 2014
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 21
von Gerhard Persché
Die Tragödie ist so gut wie vergessen. Am 1. März 1954 geriet der japanische Fischer Aikichi Kuboyama nach einem Nukleartest der amerikanischen Marine unweit des Bikini-Atolls mit 22 anderen Seeleuten in einen radioaktiven Ascheregen. Ein halbes Jahr später war er tot. Das erste Opfer der Wasserstoffbombe. Eine Sekunde hielt die Welt den Atem an, dann ging sie zur...
Seit der Uraufführung in Bremen 1999 ist Detlev Glanerts Kammeroper über den Justizmord an Joseph Süß Oppenheimer, dem Financier des württembergischen Dandy-Herzogs Karl Alexander, mehrfach nachgespielt worden. Zuletzt war das im frühen 18. Jahrhundert angesiedelte, virtuos mit Mustern und Formen der Barockmusik jonglierende Stück in Trier (siehe OW 7/2010) sowie...
Meldungen
Bis 2012 war sie Künstlerische Leiterin der Reihe «Kunst aus der Zeit» der Bregenzer Festspiele; ab der Spielzeit 2015/16 wird die Dramaturgin und Kuratorin Laura Berman mit der Operndirektion am Theater Basel betraut. Derzeit bereitet die gebürtige U.S.-Amerikanerin, die u. a. an der New Yorker Juilliard School, der Princeton University und in Hamburg...
