Editorial
Sie sind jung. Sie sind preiswert. Sie sind mutig. Sagen immer dankbar ja. Auch zu Rollen, für die es eigentlich viel zu früh ist. Junge Sänger wissen: Sagen sie nein, warten hundert andere – und sie selbst fliegen vielleicht vom Karussell. Auf Nimmerwiedersehen. Jugendwahn, Zynismus, Wegwerfmentalität gehören im Umgang mit Sängern leider immer häufiger zum Alltag. Weil der Markt es erlaubt. Weil, zumal an kleinen Häusern, die Ensembles schrumpfen und immer weniger Solisten immer mehr singen müssen.
Wer am Anfang steht, hat es besonders schwer, sich gegen die Fährnisse des Betriebs zu wehren. Manche Stimmkrise ist nicht das Ergebnis individuellen Hochmuts, sondern des Systems. Aber es gibt, auch das gehört zum Bild, immer mehr Künstler und Gesangspädagogen, die gegensteuern. Der Tenor Josef Protschka etwa, ehmaliger Rektor der Kölner Musikhochschule und Initiator von ArtOpera, eines Gesangswettbewerbs ohne Altersgrenze (Seite 66). Oder die Sopranistin Evelyn Herlitzius, die erst mit dreißig debütierte – wer sich so viel Zeit nimmt, wird heute schon mal schräg angeschaut (Seite 71).
Aber gerade Zeit ist die vielleicht wichtigste Ressource für eine gesunde Entwicklung. Weil die ...
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Opernwelt Januar 2014
Rubrik: Editorial, Seite 1
von Wiebke Roloff, Albrecht Thiemann
arte
1.1. – 5.00 Uhr
7.1. – 5.10 Uhr
Naganos Kinderlieder.
Japanische Kinderlieder aus dem 19. Jahrhundert, neu arrangiert von Kent Nagano und Jean-Pascal Beintus.
1.1. – 18.05 Uhr
Neujahrskonzert 2014
aus dem Teatro La Fenice in Venedig. Orchester und Chor des Teatro La Fenice, Diego
Matheuz. Solisten: Lawrence Brownlee, Carmen Giannattasio.
3./9.1. – 5.00 Uhr
Ein Ball...
Zoroastro stapft mit einem Handscheinwerfer an die Rampe und lässt den Strahl über die Ränge wandern. Dagegen dürfte niemand Einwände haben: eine Gelegenheit, den herrlichen Saal in Ruhe zu betrachten, den Louis XV. im Schloss Versailles so widerwillig bauen ließ. Das Publikum folgt mit Ahs und Ohs, auch wenn die Aktion wohl kaum fürs Sightseeing geplant war. Auf...
Seit der Uraufführung in Bremen 1999 ist Detlev Glanerts Kammeroper über den Justizmord an Joseph Süß Oppenheimer, dem Financier des württembergischen Dandy-Herzogs Karl Alexander, mehrfach nachgespielt worden. Zuletzt war das im frühen 18. Jahrhundert angesiedelte, virtuos mit Mustern und Formen der Barockmusik jonglierende Stück in Trier (siehe OW 7/2010) sowie...
