Nicht singen!
Ein Blick genügt, das Drama zu schauen. Wo gewöhnlich Fauteuils sich befanden, teure Teppiche, kristallene Leuchter, schmucke Vasen und imposante Spiegel, da steht jetzt, im Deutschen Theater Berlin, vor geschlossenem rotem Vorhang, nicht mehr als ein braunlederner Dreiteiler auf einer Spielfläche von höchstens neun Quadratmetern. Nichts ist übrig geblieben vom Glanz und Glamour im Hause Eisenstein. Große Welt, ganz klein.
Wie eine Erinnerung an die Zeit der Uraufführung mutet das Bühnenbild von Olaf Altmann an, wie eine Erinnerung an das Jahr 1874, als die heute weltberühmteste Operette «Die Fledermaus» das Dunkel der Welt erblickte: Wirtschaftskrise, Untergangsstimmung. Ja, und auch von der funkelnden Musik, mit der Johann Strauß die Ouvertüre prall gesegnet hat, bleibt in der Inszenierung von Michael Thalheimer kaum etwas übrig. Außer Verfremdung.
An Hammondorgel, Typ B3, und einem Piano der Marke Fender Rhodes spielen Wolfgang Roggenkamp und Franz Leander Klee in einem Potpourri-Parforceritt zwar nicht die thematische Substanz, jedoch alle Eleganz dieser Musik über den Haufen, so als würde jemand mit einem Teppichmesser durch ein Gemälde von Gustav Klimt hindurchfahren. ...
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In seiner Klage über das Fehlen von komischen Opern sagt Peter Cornelius, die Deutschen hätten zwar ihre Tragiker gehabt, aber ein Aristophanes sei noch nicht da gewesen. Es ist zweifelhaft, ob Walter Braunfels rund fünfzig Jahre später das auch von Friedrich Nietzsche herbeigesehnte aristophanische Gelächter im Sinn hatte, ob er also mit seiner Vertonung der...
Frau Valayre, bevor Sie Sängerin geworden sind, haben Sie Anglo-Amerikanisitk studiert und an einer Dissertation über die amerikanische Filmkomödie gearbeitet. Haben Sie die fertiggestellt?
Ja, sicher. 250 Seiten! Über den Einfluss der amerikanischen Leinwandheldinnen auf die amerikanischen Frauen zwischen 1930 und 1955.
Also Schauspielerinnen wie Katharine Hepburn.
J...
Wenn Sänger Regie führen – auch und gerade solche, die selbst gute Darsteller sind –, haben sie nicht zwangsläufig ein überzeugendes Regiekonzept. Aber Franz Grundheber liefert auf Dirk Immichs zeitloser, wellenförmig wogender Bühne ein fein herausgearbeitetes, detailgenaues Rollenporträt, für das ihm mit Johannes M. Kösters ein versierter Hauptdarsteller zur...
