Wiederentdeckung des Jahres
Walter Braunfels (1882-1954) gehörte – neben Richard Strauss und Franz Schreker – zu den erfolgreichsten Komponisten der Weimarer Republik. Seine Aristophanes-Oper «Die Vögel», 1920 von Bruno Walter in München uraufgeführt, stand in den folgenden Jahren u. a. in Berlin, Stuttgart, Hamburg und Wien auf dem Spielplan. Im NS-Staat wurde Braunfels als «Halbjude» sofort mit Aufführungsverbot belegt, schon 1933 verlor er zudem sein Amt als Rektor der Kölner Musikhochschule. Braunfels blieb dennoch in Deutschland, wählte den Weg in die innere Emigration.
«Jeanne d’Arc – Szenen aus dem Leben der heiligen Johanna», sein letztes, zwischen 1938 und 1942 am Bodensee komponiertes Bühnenwerk, reflektiert exemplarisch das um alle Gewissheiten gebrachte Denken eines Künstlers, der spirituell im Katholizismus und musikalisch in der Spätromantik Halt suchte. Nach 1945 passte Braunfels nicht mehr ins von der
seriellen Avantgarde beherrschte Bild, die Johanna-Passion hat er nie gehört. Nach seinem Tod verstrichen mehr als fünfzig Jahre, bis sich mit der Deutschen Oper Berlin ein Haus traute, das groß dimensionierte Opus – nach zwei konzertanten Aufführungen in Stockholm und München – endlich auf die ...
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Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin: So lautet nicht nur alljährlich der freudetrunkene FanGesang all jener Fußballanhänger, die dem Pokalendspiel entgegenfiebern. Auch als Kulturmetropole steht die bundesdeutsche Kapitale hoch im Kurs – und zwar weltweit. Davon profitieren nicht zuletzt die drei Berliner Opern. Dass der Bund den Großteil der Sanierungskosten...
«... und wir Männer ersehen aus diesem Stücke, wie wir durch die Weiber, im günstigsten Falle, zu Grunde gehn.» Mit diesem ironisch-zynischen Resümee beschließt Heinrich Heine in den «Memoiren des Herrn von Schnabelewopski» die Geschichte vom Fliegenden Holländer, die Wagner zu seiner gleichnamigen «Romantischen Oper» inspirierte. Heines wahrlich witziges Paradoxon...
Tempo 80. Vielleicht auch nur Tempo 60. Im Zweifelsfall sogar Stillstand. Wer nach Essen will und über die A 40 kommt, egal ob aus westlicher oder östlicher Richtung, wird allenfalls zu mitternächtlicher Stunde ungestört Fahrt aufnehmen können. Viel zu sehen entlang der Brummi-Route gibt’s ohnehin nicht. Doch den Kulturpilgern ist das egal. Wer nicht gerade mit Bus...
