Prinzip Neugier oder: Was bleibt von 2007/2008?
Es hatte in der Luft gelegen. Immer wieder war das Essener Aalto-Theater während der letzten Jahre positiv aufgefallen. Mit Produktionen, die szenisch auf der Höhe der Zeit standen, ohne sich zeitgeistig anzubiedern. Mit einem intakten Hausensemble, das sein Handwerk aus dem Effeff beherrscht – von Händel bis Wagner, von Bellini bis Aribert Reimann.
Mit einem Orchester, das nicht nur bei Premieren, sondern im täglichen Repertoirebetrieb musikalisches Top-Niveau garantierte, weshalb es kaum überrascht, dass sich die Essener Philharmoniker zum zweiten Mal – gemeinsam mit der Berliner Staatskapelle – Orchester des Jahres nennen können. Und, last but not least, mit einem energischen, experimentierfreudigen Generalmusikdirektorintendanten, der das von Alvar Aalto entworfene Haus im Stadtpark seit elf Jahren auf Trab zu halten versteht. Nun ist das Aalto-Theater erstmals zum Opernhaus des Jahres gewählt worden.
Als Stefan Soltesz 1997 die Leitung des bis dato eher unauffälligen Instituts übernahm, ahnte kaum jemand, dass es binnen Kurzem zu den besten Musiktheatern Deutschlands zählen würde. Der Mann brachte zwar solide GMD-Erfahrungen mit (aus Braunschweig und Antwerpen), doch als ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Gewiss hängen Wohl und Wehe eines Musiktheaterbetriebs nicht nur von der Person ab, die den Laden führt. Ohne motivierte Künstler, flexible Werkstätten, eine findige Technik und effiziente Verwaltung kann kein Intendant Funken schlagen. Oper ist bekanntlich Teamwork, doch gerade diese Binsenweisheit wird mal mehr, mal weniger beachtet. Stefan Soltesz, seit 1997...
Aufeinander hören
Henja Semmler (Violine)
Ich war schon sehr früh im Gustav-Mahler-Jugendorchester und bin in die Gründergeneration des Gustav-Mahler-Chamber-Orchestra reingerutscht, obwohl ich damals eigentlich zu jung war. Ich habe mich sehr gefreut, dass wir auf professioneller Ebene und ohne Altersbeschränkung miteinander Musik machen konnten. Wir sind eher...
Tempo 80. Vielleicht auch nur Tempo 60. Im Zweifelsfall sogar Stillstand. Wer nach Essen will und über die A 40 kommt, egal ob aus westlicher oder östlicher Richtung, wird allenfalls zu mitternächtlicher Stunde ungestört Fahrt aufnehmen können. Viel zu sehen entlang der Brummi-Route gibt’s ohnehin nicht. Doch den Kulturpilgern ist das egal. Wer nicht gerade mit Bus...
