Auf Leben und Tod

Mit «Jeanne d’Arc» hat der konvertierte Katholik Walter Braunfels ein vom Zweifel getriebenes Bekenntniswerk geschrieben. Der zweifelnde Katholik Christoph Schlingensief sorgte an der Deutschen Oper Berlin für die szenische Uraufführung – Musiktheater zwischen Kunst und Kult

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Abschied von der Erlösung

«Confidence Games» nennt der amerikanische Religionswissenschaftler Mark C. Taylor die Strategien, die in Religion und Ökonomie für Bewegung sorgen. «Täuschungsspiele» ist wahrscheinlich eine unzureichende Übersetzung, die der Dialektik von Vertrauen und Verdacht, die in diesem Wort mitschwingt, nicht gerecht wird. Für Taylor sind diese Spiele, die eine Sphäre grundsätzlicher Unsicherheit und Ungewissheit erzeugen, von zentraler Bedeutung.

In seinem Buch über «Geld und Markt in einer Welt ohne Erlösung» sieht er die Triebfeder religiöser und ökonomischer Praktiken nicht in der Sicherheit göttlicher Offenbarungen und gültiger Wahrheiten, sondern in der Unruhe, die entsteht, wenn wir uns bewusst machen, dass wir nichts wissen können und dass alle unsere Überzeugungen von einem Moment auf den andern zusammenbrechen können. Je umfassender der Glaube, desto größer der Zweifel. Dieses Phänomen, das Ethnographen auch für scheinbar fest gefügte traditionelle Glaubenssysteme nachgewiesen haben, wird von Taylor nicht beklagt, sondern als Lebendigkeitskriterium eingeführt und zum Paradigma einer aufgeklärten zu­kunfts­offenen Lebensform erklärt. Unsicherheit und ...

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Opernwelt Jahrbuch 2008
Rubrik: Wiederentdeckung des Jahres, Seite 46
von Carl Hegemann

Vergriffen
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Regisseure des Jahres

Die Kür ist für sie nicht neu. Für keinen von beiden. Sowohl Hans Neuenfels als auch Christof Loy waren bereits «Regisseur des Jahres». Letztgenannter, ein im Vergleich zum ewigen Metaphernzauberer Neuenfels mehr als zwanzig Jahre jüngerer Asket reinsten Wassers, sogar schon zweimal. Auch in der vergangenen Spielzeit sorgten beide wieder mit extrem verschiedenen...

Instandgesetzt

Fünfzig Makel in neununddreißig Minuten. Risse, Schmutz, Wasserflecken, Drop-Outs, Tonschwankungen, verblasste Farben, Unschärfen. Eine kapitale Mängelliste. Dabei war der 1969 belichtete «Othello»-Streifen nicht einmal der gravierendste Problemfall, den die Spezialis­ten der Hallenser Firma Digital Images während der Instandsetzungsarbeiten für jene DVD-Edition zu...

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14. April 2008: high noon im Kulturausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses – der Regierende Bürgermeister und Kultursenator Klaus Wowereit mit seinem Staatssekretär André Schmitz, die Fraktionen des Landtags, der Generaldirektor der Stiftung Oper in Berlin Stefan Rosinski, die Intendanten Peter Mussbach (Staatsoper), Kirsten Harms (Deutsche Oper), Andreas Homoki...