Auf Leben und Tod
Abschied von der Erlösung
«Confidence Games» nennt der amerikanische Religionswissenschaftler Mark C. Taylor die Strategien, die in Religion und Ökonomie für Bewegung sorgen. «Täuschungsspiele» ist wahrscheinlich eine unzureichende Übersetzung, die der Dialektik von Vertrauen und Verdacht, die in diesem Wort mitschwingt, nicht gerecht wird. Für Taylor sind diese Spiele, die eine Sphäre grundsätzlicher Unsicherheit und Ungewissheit erzeugen, von zentraler Bedeutung.
In seinem Buch über «Geld und Markt in einer Welt ohne Erlösung» sieht er die Triebfeder religiöser und ökonomischer Praktiken nicht in der Sicherheit göttlicher Offenbarungen und gültiger Wahrheiten, sondern in der Unruhe, die entsteht, wenn wir uns bewusst machen, dass wir nichts wissen können und dass alle unsere Überzeugungen von einem Moment auf den andern zusammenbrechen können. Je umfassender der Glaube, desto größer der Zweifel. Dieses Phänomen, das Ethnographen auch für scheinbar fest gefügte traditionelle Glaubenssysteme nachgewiesen haben, wird von Taylor nicht beklagt, sondern als Lebendigkeitskriterium eingeführt und zum Paradigma einer aufgeklärten zukunftsoffenen Lebensform erklärt. Unsicherheit und ...
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Aufeinander hören
Henja Semmler (Violine)
Ich war schon sehr früh im Gustav-Mahler-Jugendorchester und bin in die Gründergeneration des Gustav-Mahler-Chamber-Orchestra reingerutscht, obwohl ich damals eigentlich zu jung war. Ich habe mich sehr gefreut, dass wir auf professioneller Ebene und ohne Altersbeschränkung miteinander Musik machen konnten. Wir sind eher...
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Gewiss hängen Wohl und Wehe eines Musiktheaterbetriebs nicht nur von der Person ab, die den Laden führt. Ohne motivierte Künstler, flexible Werkstätten, eine findige Technik und effiziente Verwaltung kann kein Intendant Funken schlagen. Oper ist bekanntlich Teamwork, doch gerade diese Binsenweisheit wird mal mehr, mal weniger beachtet. Stefan Soltesz, seit 1997...
