Wie in Trance
Diesem Mann ist nicht zu helfen. Während seine einstige Liebe Stella im Theater singt, sehen wir den erfolglosen Dichter Hoffmann im Bistro nebenan, hin- und hergerissen zwischen Schreiben und Trinken. Um ihn herum stapeln sich die getippten Manuskriptseiten, aus dem Off erklingen die Geister des Bieres und des Weins, bis er schließlich betrunken am Boden liegt. In der Opernpause strömen die Besucher herein, darunter ein Pulk Studenten.
Der Rat Lindorf will Hoffmann Stella ausspannen; ihre Rivalin, die Muse, wechselt die Kleider und begleitet ihn als Niklas auf seiner Reise durch die Albtraumwelten der Liebe. Was wir sehen, ist nicht die Lebensbeichte eines versoffenen Genies, sondern dichterische Fantasie, die sich (und uns) Geschichten vormacht.
In Floris Vissers Karlsruher Inszenierung ist Hoffmann stets Erzähler und erzähltes Subjekt zugleich, für den das Erfinden und Erleben von Geschichten ineinander übergeht und drei Frauen – die seelenlose Puppe Olympia, die autistische Sängerin Antonia und die Hure Giulietta – zu Projektionen seiner Liebe zu Stella werden. Für die mehrfach gebrochene, doppelbödige Erzählperspektive von Rahmen- und Binnenhandlung hat Gideon Davey einen ...
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Opernwelt August 2019
Rubrik: Im Focus, Seite 21
von Uwe Schweikert
Wie Frauen sind? Wankelmütig sind sie. Und gerade dafür muss man sie lieben, immer und überall. Das weiß auch der Herzog von Mantua, der, ausgestattet mit einer zweiten (studentischen) Identität, um die schöne Gilda scharwenzelt, wissend, dass sie ihm im Grunde längst verfallen ist. Dieses Sieges gewiss, stimmt er jene berühmte Kanzone an, die bis heute Kultstatus...
alpha
04.08. – 20.15 Uhr
Absolute Prokofiev (1)
11.08. – 20.15 Uhr
Absolute Prokofiev (2)
Osterfestival Moskau, 2012
Orchester des Mariinsky-Theaters, Sankt Petersburg
ML: Gergiev
arte
03.08. – 21.00 Uhr
Mascagni: Cavalleria rusticana in den Sassi von Matera
F/CH 2019
ML: Valcuha, I: Corsetti, S: Aronica, Zilio, Gagnidze, Martinucci, Simeoni
Nach «La traviata» am...
Der Prolog fehlt. Keine Debatte darüber, wer die einflussreichste allegorische Figur auf der Bühne ist. Fortuna, die Schicksalsgöttin, und Virtù, Vertreterin von Tugend und Tapferkeit, sind erst gar nicht angereist. Nur Amor ist erschienen, um den Menschen stupende erotische Energien einzuflößen. Allein, das Singen hat auch der Liebesgott anscheinend verlernt....
