Wie hinter einer Maske
Met-Intendant Peter Gelb hat in der ersten von ihm komplett selbst gestalteten Saison viel Pech mit den Stars gehabt. Von acht Premieren sangen nur in drei alle dafür vorgesehenen Protagonisten. Zwei davon waren die auf Stimmglamour verzichtenden 20.-Jahrhundert-Werke, die letzte der Saison war eine Rossini-Rarität, gedacht als schimmernde Vokalrobe für «the beautiful voice» Renée Fleming. Die freilich nicht mehr wirklich passte.
Während sich die regierende Soprankönigin des Lincoln Centers auf die Promotion ihrer im Juni erscheinenden ersten CD mit Indie-Pop vorbereitete, sang sie in der nunmehr fünften Produktion, die die Metropolitan Opera ganz auf sie zugeschnitten hatte. Nach dem American Country Girl Susannah, der Barockregentin Rodelinda, der Belcanto-Heroine Imogene in «Il pirata» und der himbeersahnesüßen Massenet-Kurtisane Thaïs wollte sie ihre stilistische Wandlungsfähigkeit noch einmal als Koloraturzerstäuberin vorführen. Und das ausgerechnet mit Rossinis «Armida», jener immens schwierigen, von Maria Callas (in einer verstümmelten Fassung) 1952 wieder aus der Versenkung geholten, liebenden und scheiternden Zauberin Torquato Tassos. Die hatte Renée Fleming bereits 1993 ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Die letzte erfolgreiche «Aida» an Covent Garden liegt lange zurück. Die Inszenierungen von Jean-Pierre Ponnelle, Elijah Moshinsky und Robert Wilson in den vergangenen 25 Jahren kamen beim Publikum nicht gut an, Ponnelles und Wilsons Produktionen brachten es nicht einmal zu einer Wiederaufnahme. Nun gelang es David McVicar mit seiner neuen, wenn auch höchst...
Unter den Komponisten der sowjetischen Nachkriegszeit gehörte Nikolai Karetnikov (1930-1994) zweifellos zu den Querdenkern. Wie Alfred Schnittke, Sofia Gubaidulina oder Edison Denisov entwickelte er eine eigene Ästhetik und kompositorische Techniken, die mit den Prinzipien des «sozialistischen Realismus» nichts zu tun hatten. Auf der einen Seite fühlte sich...
Das Ende bleibt offen. Kein Trauerflor in Moll, kein Silberstreif, keine Erlösungsharmonie. Wie ein Fragment, wie eine Frage verweht der letzte B-Dur-Akkord. Eine Quinte und Quart, übereinander geschichtet, in der Tiefe; ein dreigestrichenes D und ein zweigestrichenes F dominieren die Höhe. Der Grundton, ins Abseits gedrängt. Als ob man diesem Akkord nicht trauen...
