Neuer Versuch
Die letzte erfolgreiche «Aida» an Covent Garden liegt lange zurück. Die Inszenierungen von Jean-Pierre Ponnelle, Elijah Moshinsky und Robert Wilson in den vergangenen 25 Jahren kamen beim Publikum nicht gut an, Ponnelles und Wilsons Produktionen brachten es nicht einmal zu einer Wiederaufnahme.
Nun gelang es David McVicar mit seiner neuen, wenn auch höchst eigenwilligen Lesart (die in der Premiere einige aufgebrachte Buhrufer auf den Plan rief), ein tragfähiges Gerüst zu konstruieren, das der Inszenierung dank eindringlicher Bilder und eines sicheren Gespürs für die Thematik zumindest die Chance auf einen dauerhaften Platz auf dem Spielplan eröffnet.
Die optische Provokation bestand sicherlich im Verzicht auf altägyptische Tableaus. Stattdessen wird der antike Nahe Osten zitiert, ebenso das heutige Afghanistan und der Irak, sogar das Aztekenreich muss herhalten für die Ritualmorde in jener Szene, in der Radames weihevoll zum ägyptischen Heerführer ernannt wird. Dieser völkerkundliche Mix schafft ein abwechslungsreiches und zeitloses Panorama, das sich unschwer mit jedem beliebigen Unterdrückerregime assoziieren lässt, egal ob aus der Vergangenheit, Gegenwart oder Zukunft. Ein ...
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Paisiellos Ouvertüren sind komponiertes Lachen, seine spritzigen Arietten so einfach und eingängig, dass man die Melodien unwillkürlich mitsummt; seine Ensembles überraschen immer mit irgendeinem spleenigen Einfall, der bis zu dadaistischem Silben- oder Gräuschsalat hochgeschraubt wird, und die Libretti «seines da Ponte» Giuseppe Palomba sind hinreißend skeptische...
Die Komische Oper Berlin macht es vor. Seit Beginn der Saison 2009/10 kann der Besucher an einem kleinen Videobildschirm zwischen deutschen und englischen Untertiteln wählen, eine Erweiterung auf zehn Sprachen ist in Planung. Was auf der einen Seite komfortabler Luxus für das internationale Publikum ist, stellt den fremdsprachigen Hörer auf der anderen Seite vor...
Als 19-jähriger Student hörte Ruggero Leoncavallo in Bologna Vorlesungen des Dichters Giosuè Carducci, der ihm die Welt der italienischen Renaissance nahebrachte, und machte die persönliche Bekanntschaft von Richard Wagner, der im Dezember desselben Jahres zu einer Aufführung seines «Rienzi» angereist war. Einige Biografen wollen wissen, dass Leoncavallo zum...
