Wie es euch gefällt
Vor der Premiere ist der Autostau entlang des Neusiedler Sees so lang, dass sie später beginnen muss. Über 6000 Sitzplätze wollen bei den Seefestspielen Mörbisch jeden Abend gefüllt sein, 220 000 pro Saison. Das gelang zuletzt nicht einmal dem legendären Altintendanten Harald Serafin, der zu Boomzeiten den Zuschauerraum erweitert hatte. Erst recht nicht seiner Nachfolgerin Dagmar Schellenberger, die – trotz des künstlerischen Erfolgs mit Axel Köhlers Inszenierung des «Vogelhändlers» 2017 – nur fünf Jahre bleiben durfte.
Seit diesem Sommer ist nun der Sänger Peter Edelmann «Künstlerischer Direktor» in Mörbisch, nicht Intendant – ein kleiner, aber entscheidender Rangunterschied, weil ihm damit der langjährige Geschäftsführer Dietmar Posteiner de facto gleichgestellt ist. Posteiner aber tut, was Geschäftsführer gern tun: vor allem auf die Einnahmen schauen. «Wir haben Besucherbefragungen gemacht und versucht, die Quintessenz herauszusaugen und die Produktion genauso anzulegen, wie es das Publikum wünscht», sagte er freimütig gegenüber dem Bayerischen Rundfunk.
Also hat man die Gastronomie an der Seebühne kulinarisch erweitert, für ausländische Besucher gibt es mit modernster Technik ...
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Opernwelt September/Oktober 2018
Rubrik: Panorama, Seite 58
von Michael Stallknecht
Manches kleinere sommerliche Musikfest hängt im Wesentlichen an einer einzigen Person. So die splendide Initiative des kürzlich verstorbenen Dirigenten Enoch zu Guttenberg, der sich im auratischen Kunst-Ort Herrenchiemsee gleichsam als musikalischer Wiedergänger Ludwigs II. zelebrierte; ähnlich autoritativ Gustav Kuhn im eigens für ihn erbauten Festspielhaus im...
Es könnte ein Rekordjahr werden. Das Endergebnis stand bei Redaktionsschluss dieser Ausgabe zwar noch aus, aber es würde uns nicht überraschen, wenn das tropische Langzeithoch im Juli und August auch die Besucherzahlen in unerreichte Höhen getrieben hätte. Spielt das Wetter mit, ist die Bregenzer Seebühne quasi ein Selbstläufer. Und mit «Carmen», der dritten...
Salzburg
Salzburg schwitzte. Aber die Reise zu den diesjährigen Sommerfestspielen lohnte sich: der bildmächtigen Regiehandschriften wegen und auch, weil Dirigenten von Format am Werke waren. In der Felsenreitschule korrespondierten Romeo Castelluccis heiße «Salome»-Bilder mit dem kühl-analytischen Feuerstrom, den Franz Welser-Möst entfachte; im Großen...
