Wichtige Sängerinnen der Saison
Sie ist die vielleicht überwältigendste Mozart-Heroine unserer Zeit. Schrankenlos, schlackenlos, mit einem Furor in Stimme und Ausdruck, der alles hinwegpustet, was sich dieser machtvollen und unbedingten Seelenentäußerung in den Weg stellt. Sei es als Vitellia in «La clemenza di Tito» am Theater an der Wien (Foto), sei es als von Furien gejagte Elettra in «Idomeneo» bei den Salzburger Festspielen.
«Nun steht sie da in ihrem anthrazitfarbenen Kleid auf der leeren Riesenbühne der Felsenreitschule, ganz allein mit sich und ihren Gefühlen und weiß sich nicht anders zu helfen, als diese ganze Not zu entladen. Aber wie! Schon das Accompagnato-Rezitativ «O smania!» brodelt bei Nicole Chevalier in jedem Ton so intensiv wie ein Vulkan, der kurz davor ist, Lavabrocken in die Luft zu spucken. In der anschließenden c-Moll-Arie «D’Orete, d’Aiace» gibt es tatsächlich keine Halten mehr. Der Vulkan bricht aus.» (OW 9/10 2019)
Bereits ihre Elisabeth in Wagners «Tannhäuser» bei den Bayreuther Festspielen 2019 bewies das enorme vokale und auch darstellerische Potenzial, mit dem diese Sängerin gesegnet ist, die schier ungeheure Naturhaftigkeit ihrer aufblühenden, zusehends gerundeten Stimme. In der ...
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Opernwelt Jahrbuch 2020
Rubrik: Bilanz des Jahres, Seite 56
von Red.
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