Westöstliches Licht

Fatma Said singt französische, spanische und arabische Lieder

Fatma Said hat es mit ihrer ersten Solo-CD «El Nour» – arabisch für «Das Licht» – auf Anhieb in die Klassik-Charts geschafft. Den Erfolg verdankt die junge, aus Ägypten stammende, aber seit zehn Jahren in Deutschland lebende Sopranistin gleichermaßen ihrer künstlerischen Ausstrahlung wie dem west-östlichen Crossover, das programmatisch eine Brücke zwischen Europa und dem Nahen Osten schlägt. Lieder von Hector Berlioz, Georges Bizet, Philippe Gaubert und Maurice Ravel zeigen, wie stark orientalisierende Klänge mit ihrer fremdartigen Melodik und Harmonik seit dem frühen 19.

Jahrhundert auf französische Komponisten eingewirkt haben. Said konfrontiert sie mit Melodien arabischer Herkunft, die hier mit Begleitung einer Jazz-Combo gleichsam in die Gegenrichtung aufgeraut sind. Für sich steht die Gruppe der von der mozarabischen Kultur Spaniens geprägten Liedkunst Manuel de Fallas, Federico García Lorcas, Fernando Obradors’ und José Serranos.

Vor allem die stark vom Flamenco bestimmten spanischen Lieder, für die sich einst Sängerinnen wie Victoria de los Angeles oder Pilar Lorengar engagierten, liegen Said besonders. Neben de Fallas «Tus ojillos negros» ragen drei Stücke aus García ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Mai 2021
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 30
von Uwe Schweikert

Weitere Beiträge
Personalien, Meldungen Mai 2021

JUBILARE

Roderick Kennedy absolvierte seine Gesangsausbildung bei Otakar Kraus in London, wo auch 1976 seine Bühnenkarriere begann. Am Royal Opera House übernahm der Bassbariton Rollen wie Kuno im «Freischütz», Ratcliffe in «Billy Budd», Angelotti in «Tosca», Ashby in «La fanciulla del West« und wirkte in der Uraufführung von Michael Tippetts «The Ice Break» (1977)...

Der Mythos lebt

Dass Herbert von Karajan über seinen 100. Geburtstag hinaus gerade für die Musikwissenschaft ein interessanter Gegenstand sein würde, ist erstaunlich und war nicht zu erwarten. Denn zu Lebzeiten wurde er gerade von dieser Seite selten ernst genommen, seine Selbstpräsentation als ambitionierter Freizeitsportler und profitorientierter Musikunternehmer machte ihn...

Ein-Blicke

München | Gärtnerplatz
«PRIMADONNEN»

Eine Primadonna pro Theater genügt. Zwei sind schon zu viel. Drei eine Katastrophe. Aber was ist, wenn gleich vier Diven diesen Titel für sich beanspruchen? Eigentlich müsste in einem solchen Fall die Bude brennen. Tut sie aber nachweislich nicht, jedenfalls nicht im Münchner Gärtnerplatztheater, wo man sich die geballte vokale...