Westöstliches Licht
Fatma Said hat es mit ihrer ersten Solo-CD «El Nour» – arabisch für «Das Licht» – auf Anhieb in die Klassik-Charts geschafft. Den Erfolg verdankt die junge, aus Ägypten stammende, aber seit zehn Jahren in Deutschland lebende Sopranistin gleichermaßen ihrer künstlerischen Ausstrahlung wie dem west-östlichen Crossover, das programmatisch eine Brücke zwischen Europa und dem Nahen Osten schlägt. Lieder von Hector Berlioz, Georges Bizet, Philippe Gaubert und Maurice Ravel zeigen, wie stark orientalisierende Klänge mit ihrer fremdartigen Melodik und Harmonik seit dem frühen 19.
Jahrhundert auf französische Komponisten eingewirkt haben. Said konfrontiert sie mit Melodien arabischer Herkunft, die hier mit Begleitung einer Jazz-Combo gleichsam in die Gegenrichtung aufgeraut sind. Für sich steht die Gruppe der von der mozarabischen Kultur Spaniens geprägten Liedkunst Manuel de Fallas, Federico García Lorcas, Fernando Obradors’ und José Serranos.
Vor allem die stark vom Flamenco bestimmten spanischen Lieder, für die sich einst Sängerinnen wie Victoria de los Angeles oder Pilar Lorengar engagierten, liegen Said besonders. Neben de Fallas «Tus ojillos negros» ragen drei Stücke aus García ...
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Opernwelt Mai 2021
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 30
von Uwe Schweikert
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Für Catherine Clément war die Sache eindeutig. «Besiegt, verraten und verkauft» untertitelte die französische Feministin und Philosophin ihr Buch über «Die Frau in der Oper» aus dem Jahr 1992. Und lag damit grosso modo absolut richtig. Wohin das Auge schaut, das Ohr hört, der Geist sich wendet – in den meisten Fällen betraten Frauen seit Erfindung dieser Gattung...
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