Wer suchet, der findet
Frieder Bernius ist immer für eine Überraschung gut. Vor Kurzem erst holte er Schuberts unbekannte Oper «Sakontala» ans Licht, nicht lange danach legte er mit der Uraufführung von Justin Heinrich Knechts «Die Aeolsharfe» nach, die vor genau 200 Jahren in Stuttgart entstanden und seither im Archiv verstaubt war. Auch diese Ausgrabung liegt nun beim Label Carus auf CD vor.
Offen gestanden: Ich kannte den Komponisten vorher nicht, und ich glaube, der Mehrzahl der Leser wird es ebenso gehen. Seine Biografie beschreibt ein unspektakuläres Musikerschicksal in deutscher Provinz.
1752 im oberschwäbischen Biberach geboren, erhielt er dort seine musikalische Ausbildung und tat sich als Komponist vor allem im Bereich der Kirchen- und Instrumentalmusik hervor. Der damals noch dort wirkende Dichter und Theaterdirektor Christoph Martin Wieland förderte Knecht nach Kräften und schrieb ihm viele Jahre später aus Weimar: «Der Himmel weiß, wie gerne ich Sie aus dem leidigen Biberach ziehen möchte» und riet ihm, mit einer «hübschen Operette» eine größere Karriere zu wagen. Doch Knecht hatte Sitzfleisch und schaffte erst 1806, also im reifen Mannesalter, den Sprung nach Stuttgart, wo er Direktor des ...
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Wer zwischen München und Zürich Oper erleben möchte und bislang in Bregenz Station machte, kommt künftig am kleinen St. Gallen nicht vorbei: In der Ostschweiz finden seit nunmehr vier Jahren die St. Galler Festspiele statt, die ihren Kinderschuhen längst entwachsen sind. Einen einmaligen Schauplatz besitzt das 14-tägige Festival in dem Klosterhof vor der St. Galler...
Der Schriftsteller und Musikwissenschaftler Romain Rolland meinte einmal, Händel habe «die große Überlegenheit von Porpora in Bezug auf den großen Stil und dramatische Kraft» genau registriert. Der Dirigent und Cembalist Ondrej Macek, der vor zwei Jahren in der Wiener Nationalbibliothek die bislang unbekannte Serenade «La morte di Ercole» von Nicola Porpora aus dem...
Im Mozart-Jahr 2006 sprossen Platten mit Musik des Salzburger Genies aus dem medial reichlich befruchteten Boden wie die Pilze nach einem Dauerregen. Mit dem Jahres-
regenten Händel ist es ähnlich, wenn auch nicht ganz so rabiat. Mancher, der mit dem Hallenser Meister bislang nicht so viel am Hut hatte, entdeckt ihn nun für sich. Der Bass-
bariton Ildebrando...
