Immer auf Linie
Unter den bedeutenden Primadonnen von heute nimmt die Georgierin Iano Tamar eine Sonderstellung ein, da sie weder den reinen Schönsängerinnen noch den erklärten Ausdruckskünstlerinnen zuzurechnen ist, vielmehr mit einiger Konsequenz die Synthese aus Belcanto und Musiktheater angestrebt und gefunden hat.
Ihr Interesse gilt den extremen Charakteren (Medea, Abigaille, Lady Macbeth), die sie aber stets «auf Linie», ohne veristische Ausbrüche singt, andererseits den empfindsamen, eher passiven Frauenrollen (Rossinis Desdemona, Elisabetta in «Don Carlos»), deren lyrischen Schmelz sie mit dramatischem Pulsschlag vermittelt.
Durch glückliche Umstände ist sie schnell in der ersten Reihe angekommen. Seither hat sich ihre Karriere stetig, aber unspektakulär entwickelt, es gab nie einen «Hype», der durch Plattenfirmen oder ehrgeizige Agenten ausgelöst wurde. Das hat es der Sängerin erlaubt, unbeirrt ihren eigenen Weg zu gehen. Wir treffen uns in Berlin während einer Vorstellungsserie von «Andrea Chénier» an der Deutschen Oper, sprechen über ihre Rollen, ihre künstlerischen Auffassungen und über wichtige Begegnungen mit Dirigenten und Regisseuren. Eher zierlich von Gestalt, ist Iano Tamar ein ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Dazu gehört Mut: Zum 80. Geburtstag von Hermann Prey hat sich seine Familie kein ehrpusseliges TV-Denkmal gewünscht, sondern ein Porträt aus der teils freudesatten, teils aber auch schmerzlichen Erinnerung – und dazu den wichtigsten Teil selbst beigetragen. Martin Blum und Michael Harden haben die Idee aufgegriffen und sensibel umgesetzt. Man sieht den Bariton also...
"Es ist für mich das Größte, die Musik von Bach zu spielen, an ihr zu arbeiten! Diese Musik zu durchschreiten, egal ob am Instrument oder Radio, gibt mir jedes Mal Kraft und Ruhe." Der Geiger Frank Peter Zimmermann (Foto) zählt - fern von Kommerz und Medienrummel - zu den Größten seiner Generation. In Film von Benedict Mirow und Dorothee Binding gewährt er...
Mit einer Aufführung von Donizettis Opera buffa «Viva, la mamma!», in der die Sitten und Unsitten des Theaterbetriebs ins Visier genommen werden, beendeten die ersten sechs Stipendiaten der Liz Mohn Kultur- und Musikstiftung erfolgreich ihre Ausbildung am Opernstudio der Staatsoper Unter den Linden. Die beiden israelischen Sopranistinnen Gal James und Enas...
