«Samson et Dalila» in St. Gallen
Wer zwischen München und Zürich Oper erleben möchte und bislang in Bregenz Station machte, kommt künftig am kleinen St. Gallen nicht vorbei: In der Ostschweiz finden seit nunmehr vier Jahren die St. Galler Festspiele statt, die ihren Kinderschuhen längst entwachsen sind. Einen einmaligen Schauplatz besitzt das 14-tägige Festival in dem Klosterhof vor der St. Galler Kathedrale mit ihren mächtigen zwei Türmen, die zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt. Opern mit inhaltlichem Bezug zum Klosterplatz möchte man bringen.
Diesem Anspruch wurde in diesem Sommer Camille Saint-Saëns’ «Samson et Dalila» auf überzeugende Weise gerecht: Unter freiem Himmel, in magischer Kulisse, zog das Stück um sinnliches Verlangen und religiöse Entsagung mit seinen tableauxartigen Chorszenen in Bann; die Premieren-Ränge waren voll besetzt.
Elena Maximova verführte als Dalila mit glutvollem Alt und vibrierender erotischer Präsenz, der Ian Storey als Samson mit seinem strahlendem Tenor alsbald erlegen war. Beachtlich auch die Leistung des Sinfonieorchesters St. Gallen, das unter der Leitung des jungen Sébastien Rouland, einem Eleven Marc Minkowskis, transparent und tänzerisch agierte. Auch Regisseur Stefano Vizioli ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Dass «Der fliegende Holländer» erst ab 1901 in Bayreuth gespielt wurde, ist kein Zufall. Wagner wollte das, was er als Entwicklung von der Oper zum Musikdrama erstrebt und erkämpft hatte, keineswegs zurückdrehen. Als Nummernoper hatte der «Holländer» wenig mit dem später avisierten Gesamtkunstwerk zu tun. Wenn Wagner mehr Zeit geblieben wäre, hätte er alle seine...
Frieder Bernius ist immer für eine Überraschung gut. Vor Kurzem erst holte er Schuberts unbekannte Oper «Sakontala» ans Licht, nicht lange danach legte er mit der Uraufführung von Justin Heinrich Knechts «Die Aeolsharfe» nach, die vor genau 200 Jahren in Stuttgart entstanden und seither im Archiv verstaubt war. Auch diese Ausgrabung liegt nun beim Label Carus auf...
Gemäuer, Weinlaub, schiefe Treppen, hinten leuchtet die Toscana. «Kinder, mit Schrotgewehren erschossen, von Baggern überrollt, von Dynamit zerfetzt…» Es ist schön hier, es gibt keinen schöneren Ort als Montepulciano. Die Mafia ist fern, möchte man glauben, aber nun steht da Luciano Violante und rezitiert zu den Tönen eines kleinen Ensembles. Seine Bodyguards haben...
