Wer betrügt wen?
Wer dieses Stück ansetzt, sollte wissen, warum. Tatsächlich hat Jens-Daniel Herzog an seinem Haus Solisten und Barockspezialisten zur Hand, für die die über 350 Jahre alte Oper Francesco Cavallis eine schöne Herausforderung und Spielwiese ist. Szenisch bleiben bei «La Calisto» allerdings ein paar Fragezeichen. Natürlich empfiehlt es sich heutzutage, den obersten Gott im römischen Mythenhimmel ordentlich zu demontieren. Denn Giove läuft zum Kummer von Gattin Giunone nicht nur fast jedem Rock hinterher, er wendet auch miese Tricks an, um ans Ziel zu kommen.
Auf der Erde macht er die Nymphe Calisto an, die am Ende die Gestalt einer Bärin annimmt, um dereinst, wie der Prolog verheißt, als Sternbild am Firmament zu prangen.
Auf die Frage, was eine Nymphe ist, geben der Regisseur und seine Ausstatter (Bühne: Mathis Neidhardt, Kostüme: Sibylle Gädeke) die erwartbar heutige Antwort: ein Mädchen à la Greta Thunberg, das sich in einem Schulungszentrum für italienische Umweltaktivistinnen in Direktorin Diana verguckt. Letztere geriert sich als Sittenwächterin, liebt aber heimlich Hausmeister Endimione. Sekretärin Linfea ist eine ältliche Jungfer, die «endlich richtig geknallt» werden will – ...
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Opernwelt Januar 2020
Rubrik: Panorama, Seite 44
von Monika Beer
Nomen ist hier für einmal nicht omen, denn es ist keineswegs ein Fischen nach Komplimenten, das Adam Fischer – der am 9. September 2019 70 Jahre alt wurde – am Ende des Buchs betreibt, wenn er unter dem Titel «Und das hätte ich gesagt?» feststellt, er habe sich quasi durch diese Biografie selbst mehr zu schätzen gelernt. Nicht ohne Ironie schreibt er, Autor...
Diese Übersicht bietet eine Auswahl der angekündigten Musiktheater- und Opernpremieren des Monats Januar 2020. Informationen zu Wiederaufnahmen und Repertoirevorstellungen finden Sie auf den Websites der Häuser. Eine Liste mit Kontaktdaten gibt es online unter diesem Link:
www.der-theaterverlag.de/serviceseiten/theaterlinks/
ML = Musikalische Leitung
I =...
Herr Reinvere, wie sind Sie eigentlich auf das Thema «Beethovens Tochter» gestoßen?
Auslöser meines Interesses war sein berühmter Brief an die «Unsterbliche Geliebte» aus dem Jahr 1812. Wenn man sich fragt, welche Frau die Adressatin dieses Briefes gewesen sein könnte, begegnet man sehr schnell Josephine Brunsvik, jener aus einem ungarischen Adelsgeschlecht...
