Wenn die Masken fallen

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Angenommen, eine normale Saison wäre das gewesen, wobei: Was heißt das schon? Und trotzdem, ohne das C-Wort, ohne Politikerinnen und Politiker, denen Fußball und Friseure näher liegen als die Kultur, verpanzert im Schwarz-Weiß-Denken zwischen Zusperren und Totalerlaubnis, ohne dies alles hätten es folgende Ereignisse auch nach oben in die «OW»-Umfrage geschafft. Ein Münchner «Tristan», gedeutet von Kirill Petrenko am Pult des Bayerischen Staatsorchesters, der (wenn auch anders) an selige Carlos-Kleiber-Zeiten anknüpfte.

Eine Salzburger «Così fan tutte», die ohne  Prämissenschweiß von reinster, vielsagender, bestürzender Humanität kündete. Die Wiener Philharmoniker, denen mit ihrer «Elektra» unter Franz Welser-Möst ein Ideal-Strauss der kanalisierten, detailbewussten Kulinarik glückte. Und ein Jung-Bariton, Konstantin Krimmel, der auf dem Weg ist zur Weltkarriere.

Dass Covid-Schließungen zur Bildsprachlosigkeit zwangen, wurde während des Lockdowns widerlegt. Wobei einigen Intendantinnen und Intendanten nur langsam dämmerte, dass abgefilmtes Theater nicht mal als Ersatzlösung funktionieren kann. Gerade Promi-Häuser, so sie aus Frust oder Kreativitätsarmut nicht gleich ganz ...

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Opernwelt Jahrbuch 2021
Rubrik: Umfrage Kritikerstatements, Seite 133
von Markus Thiel («Münchner Merkur», München)

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