Wenn die Gefühle straucheln

Innsbruck, Mozart: Così fan tutte

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Was wird in diesem minutiös nachgebauten, von Sonnenlicht durchfluteten Wiener Kaffeehaus des 19. Jahrhunderts mit seinen vom Zigarrenrauch der Jahrzehnte angegilbten Putz wohl gespielt? Lessings «Minna», die in einem Wirtshaus beginnt? Eine Nestroy-Komödie? Schnitzler? Oder doch eine Mozart-Oper? Mit kleiner, separater Bühne ist dieser Ort ausgestattet, ­einer Menge Bistro-Tische und -Stühle, aber auch Türen zu Nebenzimmern. Links gibt es eine Terrasse, rechts einen gläsernen Windfang.


Am Ende hat sich die Intimität und zugleich potenzielle Öffentlichkeit dieses Raums als ideal erwiesen für eine «Così fan tutte»-Aufführung, die von psychologisch genauer Personenregie lebt, aber auch den Realismus einer solchen immer wieder durchbricht. Da trös­tet Fiordiligi schon mal selbstvergessen Ferrando, der gerade angesicht des Treuebruchs seiner Verlobten zu Boden gegangen ist, noch bevor er die neue Flamme – ganz der Wette gemäß – emotional attackieren konnte. Da gehen Szenen ineinander über, hören und sehen Menschen etwas, das sie eigentlich laut Stück gar nicht bemerken sollten. Da schleicht sich aber auch momentweise heitere Commedia-dell-arte-Stilisierung in das bitter-süße Lehrspiel ...

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Opernwelt Januar 2007
Rubrik: Panorama, Seite 47
von Klaus Kalchschmid

Vergriffen
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