Theo Adam
Am 2. Dezember stand Theo Adam zum letzten Mal auf der Bühne der Semperoper: in der Partie des Eremiten («Der Freischütz»), die er bereits 1949 während seiner ersten Spielzeit in Dresden gesungen hatte. Seiner sächsischen Heimat ist der Bass-Bariton auch in politisch schwierigen Zeiten treu geblieben. Aufgewachsen in der Tradition des Kreuzchores wurde Theo Adam vor allem als Wagner-Sänger berühmt. Achtundzwanzig Spielzeiten war er Gast in Bayreuth.
Doch auch in Strauss-Partien wie Ochs («Der Rosenkavalier»), Sir Morosus («Die schweigsame Frau») und La Roche («Capriccio») war er international viel gefragt. Sein breites Repertoire umfasste außerdem Partien wie Don Giovanni, Pizarro und Boris Godunow. Viele seiner Rollenporträts sind auf CD dokumentiert. Immer wieder hat sich Theo Adam für die Moderne eingesetzt. Neben Bergs Wozzeck und Dr. Schön kreierte er bei der Uraufführung Dessaus Einstein, später in Salzburg Cerhas Baal und in Wien Kreneks Karl V. Seit 1972 ist Theo Adam als Regisseur hervorgetreten, seit 1979 hatte er eine Professur an der Dresdner Musikhochschule inne. Das letzte «Opernwelt»-Gespräch mit Theo Adam war anlässlich seines achtzigsten Geburtstages im ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Abenteuer und hochfliegende Ideale, Courage und eine tragische Liebe – das ist der Stoff, aus dem Opern gemacht werden. Und all dies findet sich in der Vita Olga Benarios. Die aus einer jüdischen Familie stammende, 1908 in München geborene Kommunistin lebte ein Leben der Extreme. Mit zwanzig organisiert sie in Berlin die Befreiung des Parteigenossen Otto Braun,...
Ein eitler Pultstar war er nie. Aber ein Könner ersten Ranges, der das Eisen mit expressiver Intensität schmiedete und neben dem beinahe kompletten klassischen und slawischen Repertoire Ur- und Erstaufführungen von Dessau, Berg, Schönberg, Udo Zimmermann und vielen anderen Zeitgenossen dirigierte, die der Dresdner Staatsoper in schwieriger Zeit bedeutungsvolle...
Von den Symmetrien der Hofarchitektur des 18. Jahrhunderts haben sich der Regisseur Jean Jourdheuil und der Bühnenbildner Mark Lammert für ihre «Così»-Inszenierung in Genf anregen lassen. Im Halbrund mit acht Drehtüren, zwischen denen sich Wände öffnen und schließen, die Menschen voneinander abgrenzen oder neu zusammenführen, spielt ihr psychologisches Experiment....
