«Wagner ist unser Mount Everest»
Herr Reuter, bei Ihnen könnte sogar ein kleines Kind erraten, dass Sie Sänger sind. Sie haben die klassische Opernsänger-Sprechstimme
Ich weiß (lacht). Ich habe in Wirklichkeit keine Sprechstimme, sondern spreche mit meiner Opernstimme. Es hat sich irgendwie so entwickelt. Die Sache ist nur die: Ich versuche auch umgekehrt, mit meiner Sprechstimme zu singen. Ich möchte den natürlichen Ausdruck, den man beim Sprechen hat, ins Singen hinüberbringen. Ich mag es am liebsten, wenn Gesang möglichst natürlich klingt.
Seit wann singen Sie?
Schon lange.
Ich war immer Sänger, schon im Knabenchor. Und schon damals auch als Solist. Ich frage mich eher, ob ich mit dieser opernhaften Sprechweise nicht zu viel Kraft für meine Singstimme verbrauche. Es gibt Sänger, die flüstern nur. So geizig bin ich nicht. Ich möchte mich verständlich machen und die Leute erreichen.
Sie gehören trotz einer internationalen Karriere noch immer zum Ensemble der Königlichen Oper in Kopenhagen. Warum?
Ich sehe darin nur Vorteile. Ich habe zum Beispiel den «Rheingold»-Wotan und Mandryka zuerst in Kopenhagen gesungen. Auch deswegen, weil es dort mehr Proben gibt als an Häusern, an denen man nur gastiert. Beim «Rheingold» ...
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Opernwelt September/Oktober 2011
Rubrik: Interview I, Seite 40
von Kai Luehrs-Kaiser
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