Weitgehend unerlöst
Das Barock glänzte im vergangenen Jahrzehnt am Mannheimer Nationaltheater durch Abwesenheit. So ist es durchaus als programmatischer Aufbruch zu begrüßen, wenn Albrecht Puhlmann gleich als zweite Premiere seiner Intendanz ein Werk Händels auf den Spielplan setzte. Allerdings ist «Hercules» keine Oper, sondern ein «musikalisches Drama» – so die explizite Gattungsbezeichnung –, das die Dramaturgie des neuen, englischsprachigen Oratoriums auf einen Stoff der antiken Tragödie überträgt.
Im Zentrum der Handlung, die Sophokles’ Tragödie geradezu auf den Kopf stellt, steht aber nicht der Halbgott Herkules, sondern seine Gattin Dejanira, die – wie Shakespeares Othello – in grundlos zwanghafter Eifersucht die Katastrophe herbeiführt. Als sie sieht, was sie angerichtet hat, verfällt sie dem Wahnsinn. Händels Musik mit ihren düsteren Farben leuchtet in fast klinischem Realismus die seelischen Abgründe der Hysterikerin aus. Dejaniras (auch formal) zerrissene Wahnsinnsszene, mit der sie auf den Tod ihres Liebsten reagiert, gehört zu den erschütterndsten Eingebungen Händels; der emotionale «Jealousy»-Aufschrei des Chors steht dem kaum nach. Selbst das apotheotische Happy-End der ...
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Das ist Murphys Gesetz: Ausgerechnet der Titelrollentenor hat krankheitshalber keine Stimme. Spielt also stumm und lässt sich vokal vom Kollegen an der Seite vertreten. Ausgesprochen misslich, zumal bei einer Premiere, passiert aber schon einmal. Eine Steigerung gefällig? Bitte schön: die Zweitvorstellung des Salzburger «Idomeneo». Der Seitensänger darf die...
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05.02. – 20.15 Uhr
Semyon Bychkov dirigiert
Dmitri Schostakowitsch, Symphonie Nr. 5, d-moll opus 47
05.02. – 21.00 Uhr
Valerie Gergiev dirigiert
Dmitri Schostakowitsch, Symphonie Nr. 12, d-moll opus 112 «Das Jahr 1917»
12.02. – 11.00 Uhr
Annette Dasch – Die Gretchenfrage
Porträt mit Ausschnitten aus dem Konzert im Münchner Herkulessaal (2011). Münchner...
Die Offenbach’sche Operette, so Karl Kraus, sei die Apotheose «einer verantwortungslosen Heiterkeit, die in diesem Wirrsal ein Bild unserer realen Verkehrtheiten ahnen lässt». Kraus konnte nicht mit Armin Petras rechnen, der «Orpheus in der Unterwelt» mit einem Einfall rahmt, der der beißenden Satire auf die Bourgeoisie im Kaiserreich des dritten Napoléon die...
