Wege aus dem Krisenmodus
Es ist eine italienische Spezialität: Wenn etwas schiefläuft, ruft man Experten im Ausland an, um eine Lösung zu finden. Opernhäuser bilden da keine Ausnahme. Und doch gibt es Initiativen, die hoffen lassen. Vor allem zwei Traditionsinstitute haben während der letzten Spielzeiten ihren Kurs radikal umgestellt, um für Italien typische Probleme des Spielbetriebs in den Griff zu bekommen.
Erstes Beispiel: das Teatro La Fenice in Venedig. Seit 2011 hat es schrittweise das traditionelle Stagione-System aufgegeben und das nördlich der Alpen weit verbreitete Repertoire-Modell eingeführt.
Was zum einen dazu führte, dass mehr als die sieben oder acht (Neu-)Produktionen pro Saison gezeigt werden. So stehen inzwischen populäre Stücke wie Verdis «La traviata» (die am Teatro Fenice uraufgeführt wurde), Rossinis «Il barbiere di Siviglia» oder dessen jugendliche Farcen, aber auch Mozarts «Don Giovanni» über mehrere Jahre auf dem Programm. Die Anzahl der Aufführungen ist ebenso deutlich gestiegen wie die Zahl der Besucher – die Auslastung liegt inzwischen bei rund 95 Prozent. Die aktuelle, mit Verdis «Don Carlos» (Musikalische Leitung: Myung-Whun Chung, Inszenierung: Robert Carsen) gestartete ...
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Opernwelt Januar 2020
Rubrik: Magazin, Seite 70
von Stefano Nardelli
Wer dieses Stück ansetzt, sollte wissen, warum. Tatsächlich hat Jens-Daniel Herzog an seinem Haus Solisten und Barockspezialisten zur Hand, für die die über 350 Jahre alte Oper Francesco Cavallis eine schöne Herausforderung und Spielwiese ist. Szenisch bleiben bei «La Calisto» allerdings ein paar Fragezeichen. Natürlich empfiehlt es sich heutzutage, den obersten...
Eine Sache müsse er jetzt noch sagen. Nicht um Musikalisches ging es in diesen Minuten, um das Programm mit Strauss und Brahms, sondern um so viel mehr. Dankbar sei er dafür, sprach Mariss Jansons, wie sehr er mit den Musikern zusammenwachsen durfte, wie man zu einer Familie geworden sei. Die jetzt – und das sagte er nicht, weil es mitschwang in diesen Worten –...
Ach, wer bringt die schönen Tage wieder? Vor Elsas Fenster liegt ödes Land: abgegraste Stoppelfelder, düster, kahl und kalt wie die Menschen, die hier leben. Goldfunkelnd leuchtet das Gralsmotiv aus dem Graben, Elsa kauert auf dem Bett, an der Zimmerwand erinnert ein Jagdhorn an den verschollenen Bruder.
In der Dortmunder Inszenierung von Ingo Kerkhof scheint der...
