Wege aus dem Krisenmodus

Wie sich das Teatro La Fenice in Venedig und das Teatro dell’Opera in Rom gegen den Verfall von Italiens Opernkultur stemmen

Es ist eine italienische Spezialität: Wenn etwas schiefläuft, ruft man Experten im Ausland an, um eine Lösung zu finden. Opernhäuser bilden da keine Ausnahme. Und doch gibt es Initiativen, die hoffen lassen. Vor allem zwei Traditionsinstitute haben während der letzten Spielzeiten ihren Kurs radikal umgestellt, um für Italien typische Probleme des Spielbetriebs in den Griff zu bekommen.

Erstes Beispiel: das Teatro La Fenice in Venedig. Seit 2011 hat es schrittweise das traditionelle Stagione-System aufgegeben und das nördlich der Alpen weit verbreitete Repertoire-Modell eingeführt.

Was zum einen dazu führte, dass mehr als die sieben oder acht (Neu-)Produktionen pro Saison gezeigt werden. So stehen inzwischen populäre Stücke wie Verdis «La traviata» (die am Teatro Fenice uraufgeführt wurde), Rossinis «Il barbiere di Siviglia» oder dessen jugendliche Farcen, aber auch Mozarts «Don Giovanni» über mehrere Jahre auf dem Programm. Die Anzahl der Aufführungen ist ebenso deutlich gestiegen wie die Zahl der Besucher – die Auslastung liegt inzwischen bei rund 95 Prozent. Die aktuelle, mit Verdis «Don Carlos» (Musikalische Leitung: Myung-Whun Chung, Inszenierung: Robert Carsen) gestartete ...

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Opernwelt Januar 2020
Rubrik: Magazin, Seite 70
von Stefano Nardelli