Hoffnung und Hochbetrieb
Als identitätsstiftendes «Friedenswerk» war gedacht, was einige Künstler unter dem Eindruck der Verheerungen, die der Erste Weltkrieg hinterlassen hatte, 1920 initiierten: die Salzburger Festspiele. Menschen aus aller Welt sollten in der Mitte Europas, fern der Metropolen, zusammenkommen, um in der Anschauung großer Kunst neue Wege der (Selbst-)Verständigung über Grundfragen des Lebens zu erproben. Hundert Jahre später ist die alte Erzählung von der heilenden Wirkung der Musik und des Theaters wieder besonders populär.
Unter dem Motto «Pax» steht etwa die Ouverture spirituelle der Jubiläumssaison, jene Konzertreihe, die geistliche Werke der Gegenwart und Vergangenheit präsentiert.
Hoffnung auf kontemplatives Innehalten, auf Dialog, Ein- und Umkehr – das ist der eine Pol. Der andere: Aus dem idealistischen Impuls hat sich das größte Klassik-Festival der Welt entwickelt – ein gewaltiger Betrieb, der 2020 vom 18. Juli bis 30. August weit mehr als 200 Veranstaltungen stemmen wird. Knapp 62 Millionen Euro umfasste das Budget zuletzt (2019), rund 240 000 Karten waren aufgelegt, zu Preisen zwischen 5 und 440 Euro. Bis zu 945 Euro muss hinblättern, wer die von den Osterfestspielen 2018 ...
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Opernwelt Januar 2020
Rubrik: Magazin, Seite 67
von Albrecht Thiemann
Warum Schubert die Komposition seines «Lazarus»-Oratoriums abbrach, ist nicht bekannt. Gut möglich, dass ihm der für den dritten Teil des religiösen Dramas vorgesehene hymnische Erlösungston des Librettisten August Hermann Niemeyer die Eingebung verhagelte. Das im Februar 1820 entstandene Werk endet mit einem hochdramatischen Rezitativ und Arienfragment, molto...
arte
01.01. – 18.15 Uhr
Neujahrskonzert 2020 aus dem Teatro La Fenice
Auf dem Programm: Arien und Ouvertüren von Verdi, Puccini, Offenbach und Nino Rota. Zum 17. Mal findet in Venedigs berühmten Opernhaus das traditionelle Neujahrskonzert statt. Auch diesmal wird der zweite Teil des Konzertes, der dem großen Opernrepertoire gewidmet ist, für das Fernsehen...
Die Frage mag verwegen sein, vielleicht sogar ein bisschen unverfroren. Aber die Zeit ist danach, sie einmal ganz ohne Zungenschlag zu stellen: Gibt es eine weibliche Sicht auf Verdis Musikdrama «La traviata»? Und ist diese Sicht, so sie existiert, womöglich imstande, eine veränderte Rezeptionshaltung zu implantieren? Die Deutungen von Ellen Lamm in Stockholm und...
