Weber: Der Freischütz
Ein Krisensymptom. Das ist die einzige Bedeutung dieser Aufführung. Nach seiner Total-Havarie mit «Arabella» hält sich Alexander von Pfeil, der Chefregisseur der Deutschen Oper, diesmal interpretatorisch zurück. Ergebnis: Nicht nur er selbst, sondern auch Chor, Dirigent und sein Ausstattungsteam werden durch Buhstürme von der Bühne gefegt. Respekt gegenüber dem angeschlagenen Haus verbietet fast, das an die große Glocke zu hängen.
Nach gänzlich verwackeltem Jägerchor (3. Akt) musste die Vorstellung zeitweilig angehalten werden.
Pfeil hat das Stück nicht inszeniert, sondern nur umgetopft. Wo bei Weber der Böhmerwald grünt, hat Bernd Damovsky ein hässliches Vereinsheim gebaut, in dem unter trübem dutzend Disco-Kugeln und Kronleuchtern alles marthalernd zum Stillstand kommt. (Dass Damovsky zugleich Ehemann der Intendantin ist, verrät das Maß der Berliner Vetternwirtschaft.) Im piefigen Freizeit-Sammelsurium wird das Stück installiert. Hart an der Rampe findet keine Personenregie statt. Eine Null-Nummer.
Ein Skandal auch, dass Michaela Kaune, eine vorzügliche Agathe, nicht von Beginn an besetzt war – obwohl sie sogar zum Ensemble zählt. (Stattdessen durfte Kirsten Harms’ Kieler ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Trabuco sitzt vorn und schält Möhren für seinen Esel. Hinter ihm läuft das Volk auf und ab, hat Schutz gesucht vor dem Regen. Es ist eine böse Zeit. Krieg im Land.
Dietrich Hilsdorf hat erneut eine Verdi-Oper fürs Essener Aalto-Theater inszeniert. «La forza del destino» bildet die siebte von insgesamt elf Produktionen. Doch Hilsdorf spielt, seit einiger Zeit schon,...
In den fünfziger Jahren war sie eines der am häufigsten gespielten Werke der Moderne, Paul Hindemiths Künstleroper «Mathis der Maler». Von den Nazis wurde sie verboten. Wohl wegen der Szene, in der Vertreter der katholischen Kirche protestantische Bücher verbrennen lassen. Die Parallelen zu den realen Geschehnissen waren zu offensichtlich. 1934 sollte die Oper von...
«Ein Werk ohne Damen», sagt die Dame. Doch bei «Billy Budd», der Männeroper, drehte sich alles um eine Frau. Und um die Frage: Stehen die Hamburger nach dem Reinfall der «Frau ohne Schatten» zu ihrer Pult-Primadonna Simone Young – oder nicht?!
Nun, sie blieben sitzen. Am Ende sogar milder Wind wiedererwachender Zuneigung. Wie viel dunkle Farben, Wärme und Weite...
