Was von drinnen kommt
Gläserne Strahlkraft. Dramatische Fallhöhe und eine luxurierend ummäntelte Erotik. Die stimmliche Ausstattung von Véronique Gens, wenn man sie live hört, ist etwas Besonderes. Sie lässt sich kaum besser umschreiben als mit dem Ausdruck «grandeur». «Würde», «Herrlichkeit», «Grandezza» – das alles schwingt mit. Nicht sehr moderne Eigenschaften, scheint es. Véronique Gens steht ziemlich einzig da in der französischen Gesangskunst heute.
Obwohl auf CD vorzüglich abbildbar, hat dem Ruhm dieser Stimme bislang vor allem eines im Wege gestanden: Nur wenige kümmert das französische Repertoire, in welchem sie exzelliert. Meyerbeer, Berlioz, Rameau oder Lully, das sind keine Komponisten, mit denen sich heute ein Karriere-Start machen lässt. So ist Véronique Gens eher als Mozart-Sängerin bekannt geworden. Mit einem Komponisten, den sie vorzüglich singt, bei dem aber die Konkurrenzlage eine ganz andere ist. Unter Sängerinnen des französischen Barock indes – mit Ausstrahlung bis hin zur französischen Romantik – ist Véronique Gens heute die ungekrönte Königin.
Ihr Repertoire umfasst inzwischen sogar Werke von Berlioz und Verdi. Auf dem Album «Tragédiennes 3» setzt sie mit ihrem Dirigenten ...
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Opernwelt Dezember 2011
Rubrik: Medien/CD, Seite 26
von Kai Luehrs-Kaiser
«Modern people» – in mehreren Sprachen und teilweise spiegelverkehrt ist dieses
Motto an der hinteren Bühnenwand zu lesen. Die Frage nach dem, was ein moderner Mensch überhaupt sei, stellt in Arnold Schönbergs Einakter «Von Heute auf
Morgen» ausgerechnet ein Kind. Die Eltern fühlen sich verpflichtet, eine zumindest
moralische Antwort zu geben. Sie streiten über ihr...
Die größte Ehre kommt noch. Wie am Rande der Verleihung des Birgit-Nilsson-Preises in Stockholm bekannt wurde, wird die schwedische Sopranistin auf dem neuen 500-Kronen-Geldschein ihres Heimatlandes verewigt, demnächst. Damit dürfte sie die Sängerin mit der größten Häufigkeit im Portemonnaie ihrer Landsleute sein. Sie hätte gelacht darüber. Und Grund gehabt.
Denn...
Sicher, Verdis effetto ist da. Aber es ist doch ein recht manierlicher Sturm, der da durchs Zürcher Opernhaus tobt. Unsere Nachmittagsvorstellung des «Otello» nimmt erst allmählich Fahrt auf, dann jedoch gewaltig. Daniele Gatti, Chefdirigent für überschaubare drei Jahre, scheint sich immer mehr zu entfalten. Ist die Intrigenmine erst mal losgetreten, wird Giuseppe...
