Wanst auf dem Vulkan

Christoph Marthaler und seine Nicht-«Giuditta» in München

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An einer Stelle wird Titus Engel, neben Kirill Petrenko «Dirigent des Jahres» 2020 in der «Opernwelt», an diesem Abend in der Bayerischen Staatsoper vom pandemiebedingt geviertelten Publikum für mehrere Sekunden unterbrochen. «Buh»-Stürme verhindern kurzzeitig sein Weiterdirigieren. Dabei kann Engel überhaupt nichts dafür, dass sich hier – im eiskalten München – die Gemüter nicht zu knapp erhitzen.

Regisseur Christoph Marthaler nimmt sich Franz Lehárs letzter Operette «Giuditta» aus dem Jahr 1934 an – und lehnt sie gleichsam ab.

Die bühnenmäßige Verortung des Ganzen (Bühne und Kostüme, wie gewohnt: Anna Viebrock) würde noch funktionieren: In Münchens Nicht-Operettenhaus – nur die «Fledermaus» erhielt hier bislang überhaupt Zutritt – sehen wir einen blauen Raum, den Marthaler aus einer früheren Züricher Sprechtheater-Inszenierung recyceln ließ; eine Mischung aus Kantine und Kabarett-Theater – mit Chambre séparée zur Rechten. Die staksigen Schauspielerinnen und Schauspieler in staksigen Szenen, die Marthaler zwischen die Nicht-Lehár-Teile schaltet, stehen oder sitzen meist vorne am Bühnenrand und kotzen sich resignativ in Richtung Publikum aus. Pessimismus und Zynismus überall. Der ...

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Opernwelt Februar 2022
Rubrik: Im Focus, Seite 8
von Arno Lücker

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Frau Dreisig, ich nehme unser Interview mit meinem Smartphone auf. Ist das in Ordnung für Sie?
Natürlich. Ich lege mein Handy bei den Proben immer in den Zuschauerraum.

Um dann mit dem Mitschnitt nachzuarbeiten?
Genau. Nach der Probe höre ich alles an. Und dann weiß ich genau, wo ich bei der Intonation aufpassen muss oder wo ich zu kräftig war.

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