Wandern mit Wagner

Eva Rieger und Hiltrud Schroeder auf Spurensuche in den Schweizer Alpen

Opernwelt - Logo

Seit Jahrhunderten ist der Gotthard zentrale Verbindung durch die Alpen in Richtung Süden. Heute gehört der dortige Tunnel zu den Selbstverständlichkeiten von Millionen Urlaubern. Schlagzeilen darüber gibt es nur selten, es sei denn ein Unfall löst, wie 2001 Brände aus. Damals starben elf Menschen. In früheren Zeiten, als an einen Tunnel noch nicht zu denken war, bedeutete die Überquerung des Gotthard ein durchweg gefährliches Unternehmen. Goethe hat es dreimal auf sich genommen. Und noch Mitte des 19.

Jahrunderts waren kleine Schlitten mit zwei Menschen die Regel, weil sie auf Unwägbarkeiten schneller reagieren konnten. Minus 25 Grad waren keine Seltenheit.

Richard Wagner, dem es an Mut nie mangelte, fuhr 1859 über den Gotthard. Er kam aus Venedig, wo er am «Tristan» gearbeitet hatte, besuchte die Borromäischen Inseln im Lago Maggiore, die er liebte (besonders die Isola Bella, die er vielmal in seinem Leben besuchte und seinen beiden Ehefrauen zeigte). Überhaupt war Wagner viel in den Bergen unterwegs. Sie bedeuteten ihm nicht nur physisches Wohlbefinden, sondern inspirierten und stimulierten auch seine künstlerische Fantasie. Viele Szenen des «Ring» wären ohne seine ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt November 2010
Rubrik: Medien / Buch, Seite 38
von Stephan Mösch

Vergriffen
Weitere Beiträge
Nach dem Sturm

Wenn die Dinge, das Denken und das Fühlen nur noch unterwegs sind, wenn sie keinen Halt mehr kennen, der die Bewegung unterbrechen, ihr Maß, Rhythmus und Sinn verleiht, wächst die Sehnsucht nach dem, was Ernst Bloch mit dem Wort «Heimat» meinte – die Utopie des mit sich und der Welt versöhnten Menschen. Je reißender, unüberschaubarer der Strom des beschleunigten...

Durchlüftetes Klangbild

Wäre es nach Napoleon gegangen, ein Bayer hätte sofort die Pariser Oper übernehmen können. 1799 hörte der begeisterte Feldherr in der Mailänder Scala «La Lodoïska», doch Simon Mayr lehnte dankend ab. Das Stück war lange ebenso vergessen wie die gerade wiederentdeckte «Medea in Corinto». Es wurde 1796 in Venedig uraufgeführt und verlangt dringend nach szenischer...

Wunschkonzert

Die Inszenierungen von John Dew waren einst ebenso berühmt wie umstritten für ihre aktualisierenden Konzeptionen. Doch basierten sie nie auf platter Gleichsetzung, machten vielmehr Gegenwart auf Historie oder Mythos hin transparent: Sie zielten auf Vergegenwärtigung im umfassenden Wortsinne. In seiner aktuellen «Fidelio»-Produktion ist davon nur noch ein...