Wandererfantasie

Hans Werner Henzes «L’Upupa oder der Triumph der Sohnesliebe», kongenial inszeniert von Nikolaus Lehnhoff in Dresden

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Das Leben? Man kommt nicht umhin, es als unendliches, unauflösbares Rätsel zu begreifen, als ewiges Enigma. Wer auch immer danach trachtet, Sinn oder Nicht-Sinn zu ergründen, muss letztlich erkennen, dass die entscheidenden Fragen nicht zu beantworten sind. Wer wäre imstande, die Rolle des Orakels zu übernehmen? Ist nicht jeder viel zu sehr mit sich selbst verstrickt, um den Blick von außen zu wagen? Hans Werner Henze wagt diesen Blick in seiner dreizehnten und (nach derzeitigem Stand) definitiv vorletzten Oper «L’Upupa und der Triumph der Sohnesliebe». Sein Blick ist fragend.

«L’Upupa» ist kein Werk der souveränen Behauptung – weder kompositorisch noch ästhetisch. Es ist ein Werk des Suchens und des Hoffens. Im Grunde basiert diese Oper (frei nach Ernst Bloch) auf der utopischen Idee vom Fortschreiten hin zu einer besseren Wirklichkeit. Sie konzediert aber auch, dass dieses Fortschreiten nur ein höchst vages sein kann. Zu ungefähr ist die Welt.
Schon Anton Tschechow erklärte eines seiner tristesten Dramen zur Komödie: «Die Möwe». Auch Henze findet eine Genrebezeichnung, die etwas anderes insinuiert, als das Stück beinhaltet, und die Dieter Dorn bei der Uraufführung 2003 in Salzburg ...

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Opernwelt Juli 2009
Rubrik: Im Focus, Seite 6
von Jürgen Otten

Vergriffen
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