Spröder Sprechgesang
Paul Celan ist heimgekehrt. 1958 verlieh man ihm den Literaturpreis der freien Hansestadt Bremen, jetzt produzierte das Bremer Theater die 2001 in Dresden uraufgeführte und seitdem von Mainz und Köln nachgespielte «Celan»-Oper von Peter Ruzicka. Eine Aufführung, die trotz großer Meriten die schon geäußerten Zweifel an diesem Werk (OW 5/2001 und 6/2003) nicht ausräumen konnte.
Man kommt dem Stück und seinem komplizierten Handlungs-Puzzle – das bewiesen Vera Nemirova und ihr Bühnengestalter Stefan Heyne – wohl am ehesten durch starke Bilder bei.
Ein gegen die Schwerkraft auf der Spitze balanciertes würfelförmiges Bücherregal, szenebeherrschend gehängt, ergab eine suggestive optische Metapher – Symbol gleichzeitig für den Schriftsteller wie auch für dessen Gefährdung. Der zunächst als Bibliothek zu denkende Raum darunter wird im ersten Teil vielfach variiert durch die Umgruppierung von Tischen, die später zu Gedenk-Stelen für die KZ-Opfer werden – alles in abgezirkelt-ausgeklügelter Choreografie. Dazwischen die vom Dichter imaginierten Wahnerscheinungen der Toten, von der Regisseurin als bedrängende Gespenster der Vergangenheit leibhaftig auf die Bühne gebracht. Hier wie auch im ganz ...
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Man hat den Roman «Franziska Linkerhand» der Schriftstellerin Brigitte Reimann (1933-1973), eine große autobiografische Erzählung der DDR, mit der «Blechtrommel» von Günter Grass verglichen. Hier der vitale, drastisch eigenwillige Zeitspiegel von Krieg und junger Bundesrepublik aus dem Blickwinkel Danzigs, dort die exemplarische Geschichte einer jungen Architektin...
Ob Ungarns derzeitiger Kultusminister István Hiller 2005 in Pécs war, als man dort das Trauerspiel «Uriel Acosta» des Berliners Karl Gutzkow (1811-1878) in neuer Übersetzung gab, wissen wir nicht. Doch das bekannteste Zitat daraus dürfte er kennen: «Alles schon da gewesen». Notorisch geläufig mag ihm der Spruch vielleicht auch im Zusammenhang mit der Budapester...
Unser Österreich-Korrespondent zuckte nur mit den Achseln: Eine Überraschung sei das nicht. Jeder habe es erwartet. Nehmen wir also zur Kenntnis: Der Chef der Salzburger Festspiele heißt ab Herbst 2011 Alexander Pereira. Schon als Gerard Mortier nach zehn ungemein produktiven Jahren Salzburg verließ, war Pereira im Gespräch. Und dann wieder, als Mortiers Nachfolger...
