Spröder Sprechgesang
Paul Celan ist heimgekehrt. 1958 verlieh man ihm den Literaturpreis der freien Hansestadt Bremen, jetzt produzierte das Bremer Theater die 2001 in Dresden uraufgeführte und seitdem von Mainz und Köln nachgespielte «Celan»-Oper von Peter Ruzicka. Eine Aufführung, die trotz großer Meriten die schon geäußerten Zweifel an diesem Werk (OW 5/2001 und 6/2003) nicht ausräumen konnte.
Man kommt dem Stück und seinem komplizierten Handlungs-Puzzle – das bewiesen Vera Nemirova und ihr Bühnengestalter Stefan Heyne – wohl am ehesten durch starke Bilder bei.
Ein gegen die Schwerkraft auf der Spitze balanciertes würfelförmiges Bücherregal, szenebeherrschend gehängt, ergab eine suggestive optische Metapher – Symbol gleichzeitig für den Schriftsteller wie auch für dessen Gefährdung. Der zunächst als Bibliothek zu denkende Raum darunter wird im ersten Teil vielfach variiert durch die Umgruppierung von Tischen, die später zu Gedenk-Stelen für die KZ-Opfer werden – alles in abgezirkelt-ausgeklügelter Choreografie. Dazwischen die vom Dichter imaginierten Wahnerscheinungen der Toten, von der Regisseurin als bedrängende Gespenster der Vergangenheit leibhaftig auf die Bühne gebracht. Hier wie auch im ganz ...
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Im November 2002 feierte an der Berliner Staatsoper Schostakowitschs «Die Nase» unter Kent Nagano Premiere – eine Aufführung, die vor allem wegen des Bühnenbildes und der Kostüme von Jörg Immendorff größere Aufmerksamkeit auf sich gezogen hatte. Sechs Jahre später gab das Mariinsky Theater unter Valery Gergiev in der Deutschen Oper ein mehrteiliges Gastspiel – auf...
Der 1713 während Händels erstem Londoner Aufenthalt entstandene «Teseo» ist in jeder Hinsicht ein Ausnahmewerk, weil er stofflich wie formal auf eine französische tragédie lyrique, Lullys «Thesée» aus dem Jahr 1675, zurückgeht. Im Endeffekt hat Händel dann doch eine italienische Opera seria komponiert, die Form aber durch dramatische Accompagnati, Duette, kürzere...
Als Greta Garbo eine Rolle in Sack und Asche zu spielen hatte, verlangte sie, unter den Lumpen seidene Wäsche tragen zu dürfen. Auf den Hinweis, dass keiner dies sehen würde, erwiderte sie: «Aber ich werde mich dann wohler fühlen.» Ob sich die bulgarische Sopranistin Krassimira Stoyanova wohlgefühlt hat in ihrem dunkel-düster-schäbigen Habit, das sie bei ihrem...
