Walhall in der Scheune
Wo kühn Kräfte sich regen ... Vor 377 Millionen Jahren rast ein Meteorit mit 100 000 Stundenkilometern auf die Erde zu, schlägt im weiland noch auf der Südhalbkugel der Erde gelegenen heutigen Mittelschweden ein. Vier Kilometer Durchmesser hatte der Himmelsriese, der Krater, den er hinterlässt, umfasst derer 50. Siljansringen nennen die Schweden diese gigantische Kuhle, idyllische Seen und Flüsse haben sie über Jahrmillionen aufgefüllt. Dichte Nadelwälder zieren die wuchtig aufgewölbten Gebirgswände.
Wo diese spektakulär gen Himmel ragen, zeigt sich die Wirkung besagter Kräfte vollends: Nur wenige Gesteinsschichten sind in der geerdeten Horizontale verblieben, die meisten ragen steil nach oben. Eine Welt aus den Fugen. Ob da die wenig wohlmeinenden Götter ihre Finger im Spiel hatten? Womöglich ein Herr Donner mit gewaltigem Hammer in den Händen?
Wer den in diesem Sommer zum Geopark aufgewerteten Märchenwald um das Flüsschen Styggforsån durchwandert, bedarf nicht des Komponisten blühender Fantasie, um hier sowohl das Personal als auch die Orte von Wagners «Rheingold» zu entdecken. Lugen aus dem Troll-Loch am Rande des Wasserfalls Styggforsån nicht die Zwerge der Nibelungen hervor? ...
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Opernwelt September/Oktober 2019
Rubrik: Magazin, Seite 94
von Peter Krause
Was ist eine «immersive Musikperformance»? Im Grunde das, was jede Nacht im Techno- oder Club-Milieu abgeht: eine Verführung, sich körperlich in Schall und Licht zu verlieren. Kein Zufall also, dass die deutsch-französische Musiktheatercompagnie La Cage und das Ensemble Miroirs Étendus für ihr Projekt «I’d rather sink» eine Location wie das Berliner Berghain...
Als «Festival zur Förderung junger Sänger» hat Siegfried Matthus 1990 die Kammeroper Schloss Rheinsberg gegründet. Ins idyllische Ruppiner Land, wo einst der Preußenprinz Friedrich seine schönsten Jahre verlebte und sein Bruder Heinrich später einen Musenhof etablierte, kommen die Nachwuchssolisten nicht zum Geldverdienen, sondern um Praxiserfahrungen zu sammeln....
Zum ersten Mal leitet Pierre Audi, nach 30 Jahren aus Amsterdam geschiedener Ex-Intendant der Niederländischen Nationaloper, eine französische Kulturinstitution. Und sucht gleich mit seinem ersten Programm für das 1948 gegründete Festival d’Aix-en-Provence eigene Akzente zu setzen – u. a. mit dem ersten Puccini («Tosca»; Rustioni/Honoré) der Festspielgeschichte,...
