Vermeiden Sie den Shit-Klick-Faktor!
Vom Teatro alla Scala gibt es die schönen, noch auf die Zeiten Toscaninis zurückgehenden Plakate mit den dekorativen Lorbeerzweigen und dem roten Kreuz des Mailänder Stadtwappens in der Mitte. Mit dem emblematischen Logo waren bis vor Kurzem auch die Eintrittskarten geschmückt. Sie wurden von Hand eingetütet, per Post verschickt und galten bei den Besuchern als Trophäe. Damit ist nun Schluss. Gegen den kundenfreundlichen Einwand des Kartenverkaufsbüros («Die Leute wollen das doch sammeln!») wurden schnöde E-Tickets eingeführt, mit Strichcode, Versand per E-Mail zum Selberausdrucken.
Das spart Kosten und erlaubt obendrein die digitale Kontrolle über die Kundendaten. Der Charme der analogen Welt hat sich überlebt.
Das kleine, aber signifikante Detail illustriert den schwierigen Transformationsprozess, den ein traditionsfestes Opernhaus wie die Scala beim Eintritt in die digitale Ära durchlaufen muss – oft im Kampf gegen eingefahrene Publikumserwartungen und die eigene institutionelle Trägheit. Lanfranco Li Cauli, Marketingchef der Scala, sprach darüber beim Fachtreffen «Re-Imagining Opera for the Digital Age», das vom Internationalen Musik- und Medienzentrum Wien und der Accademia ...
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Opernwelt September/Oktober 2019
Rubrik: Magazin, Seite 99
von Max Nyffeler
Auch in Rheinsberg wirbt man wieder mit dem Hinweis, bei diesem Stück handele es sich um Napoleons Lieblingsoper. Das Prädikat ergäbe indes nur Sinn, wenn dem Mann ein gewisses Musikverständnis zugebilligt werden könnte. Doch damit war es nicht weit her – mögen seine Biografen auch Gegenteiliges behaupten. Napoleon pfiff manchmal ein Liedchen, traf aber dabei...
Seit 1975 macht das Festival della Valle d’Itria in der süditalienischen Kleinstadt Martina Franca mit Unbekanntem, Ausgrabungen und ungewöhnlichen Fassungen geläufiger Werke von sich reden. Während das Publikum gerade den Spezialitäten-Zuschnitt des Programms schätzt – selbst aus Asien reisen immer mehr Besucher an –, ist die ideelle wie finanzielle Unterstützung...
Als «Festival zur Förderung junger Sänger» hat Siegfried Matthus 1990 die Kammeroper Schloss Rheinsberg gegründet. Ins idyllische Ruppiner Land, wo einst der Preußenprinz Friedrich seine schönsten Jahre verlebte und sein Bruder Heinrich später einen Musenhof etablierte, kommen die Nachwuchssolisten nicht zum Geldverdienen, sondern um Praxiserfahrungen zu sammeln....
