Wahrhaftigkeit und Wahnsinn

CD des Monats: Georg Nigl und Olga Pashchenko wandeln auf ihrem Album «Echo» durch das Balladen-Biotop

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Das ultimative Idyll, vielleicht ist es auch nur eine Utopie, begegnet uns schon in Nummer zwei. «Es ruht so wohl, es ruht so warm», dichtete Eduard von Bauernfeld, von Franz Schubert in «Der Vater mit dem Kind» als klangliches Andachtsbild festgehalten. Und dass diese Minuten völlig kitschfrei gesungen werden, voller Wärme, inniglich und echt, vielleicht auch aus autobiografischer Emotion heraus, das ist eines der Wunder dieses neuen Albums.

Georg Nigl, der Mann für die Sonderlinge auf den Opernbühnen, geht mit «Echo» noch einen Schritt über sein mehrfach prämiertes Album «Vanitas» hinaus. Was bleibt, ist die radikale Intimität. Ein Gesang, oft am unteren Ende der Dynamikskala, eine natürliche Verlängerung des Sprechens, etwas, das den Bariton wie neben uns platziert. Als ob er uns etwas ins Ohr haucht. Sehr beunruhigend kann das sein. 

Nigl und die grandiose Pianistin Olga Pashchenko wandeln dieses Mal im Balladen-Biotop. Und das ist unendlich reich: «Echo» spreizt sich von Loewes wohlbekanntem «Odins Meeresritt» bis zu Schuberts kaum gesungener, viertelstündiger (!) «Viola» – einer Parabel auf einen Text Franz von Schobers, in der sich ein Schneeglöcklein in Winterkälte dem ...

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Opernwelt Juni 2023
Rubrik: CDs, DVDs und Bücher, Seite 31
von Markus Thiel

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