Gedankensplitter
Die Götter müssen verrückt sein! Wo bin ich da nur hingeraten?» Dergleichen mag Odysseus gedacht haben angesichts der Rumpelkammer, pardon: der begehbaren Kunstinstallation, in die sich Ithaka in den zwanzig Jahren seiner Abwesenheit verwandelt hatte. Wenn er schon die Heimat nicht wiedererkennt, wie wird es dann erst Penelope mit ihm ergehen? Kann es noch eine gemeinsame Zukunft geben? Das sind die großen Fragen an die Regie bei Monteverdis «Il ritorno d’Ulisse in patria».
In der Ausstattung von Anna Viebrock antworten Jossi Wieler und Sergio Morabito mit einem vorsichtigen «Ja»: Das Schlussduett des Paars mag schon die namenlose Freude feiern, doch erst im allerletzten Moment kommt es zu einer ersten, schüchternen Berührung nach so langer Zeit – Black.
Mit ihrer Inszenierung des eigentlich sprödesten, am seltensten separat aufgeführten Opus unter den drei erhaltenen Monteverdi-Werken hat die Wiener Staatsoper nun ihren entsprechenden Zyklus vollendet, der im Graben mit dem Concentus Musicus Wien unter der Leitung von Pablo Heras-Casado seine Konstante hatte, aber verschiedenen Regieteams anvertraut war. Wieler und Morabito basteln ein Mosaik aus Erzählsträngen, ...
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Opernwelt Juni 2023
Rubrik: Panorama, Seite 38
von Walter Weidringer
Es war eine der Sternstunden der Intendanten-Ära des kürzlich verstorbenen Kurt Horres an der Rheinoper, damals, 1986, als der junge Günter Krämer Erich Wolfgang Korngolds «Tote Stadt» mit Verweisen auf Hitchcocks «Vertigo» als Psychodrama unheilbarer Traumatisierungen aufschlüsselte. Horres läutete damit einen ästhetischen Paradigmenwechsel ein, der an dem bis...
P = Premiere ML = Musikalische Leitung I = Inszenierung B = Bühnenbild K = Kostüme C = Chor S = Solisten UA = Uraufführung
DEUTSCHLAND
Aachen Theater Aachen
www.theateraachen.de
- Massenet, Manon: 1., 10.
- Berg, Wozzeck: 4., 9., 11., 17., 25., 30.
Altenburg
siehe Gera
Augsburg Theater Augsburg martini-Park
www.theater-augsburg.de
- Purcell, The Fairy Queen:...
Georg Friedrich Händels Oratorium «Hercules» kam 1745 am Londoner King’s Theatre zur Uraufführung, wo der große Hallenser – mal mit Erfolgslorbeeren bedacht, mal von Konkurrenz und blöden Zufällen geplagt – gewirkt hatte. Das King’s Theatre ist längst tot (seit 1986 läuft dort ausschließlich «The Phantom of the Opera»), der frisch in der Westminster Abbey gekrönte...
