Die Puppen tanzen

Tschaikowsky: Jolanthe/ Der Nussknacker am Landestheater Salzburg

Opernwelt - Logo

Die Hauptsache ist es, das Ballett zuerst aus dem Weg zu schaffen; die Oper allerdings ist so fesselnd, und ich mag die Geschichte so sehr» – so schrieb Peter Tschaikowsky an seinen Bruder Anatol. Die Oper war denn auch ein voller Erfolg, das Ballett dagegen langweilte bei der gemeinsamen Uraufführung 1892 am Petersburger Mariinski-Theater. Doch die Oper wurde später erst mal vergessen, während das Ballett zum sicheren Publikumsmagnet avancierte, besonders zur Weihnachtszeit.

Die Oper: Das war «Jolanthe», Tschaikowskys letzte, zu der sein anderer Bruder, Modest, das stringente, psychologisch wie symbolisch fesselnde Libretto beisteuerte; für das Ballett «Der Nussknacker», ebenfalls sein letztes, hatte dagegen der Choreograf Marius Petipa die Handlung bis in die Taktzahlen vorgegeben, ohne dabei ein schlüssiges Ganzes zu schaffen. 

2016 hat der Regisseur Dmitri Tcherniakov an der Pariser Opéra erstmals wieder beide Stücke an einem Abend inszeniert, Lotte de Beer hat sie im vergangenen Herbst an der Wiener Volksoper zu einem «Musiktheater für die ganze Familie» gekoppelt. Am Salzburger Landestheater tut es ihr nun der Regisseur und Ausstatter Thomas Mika nach – und schiebt den ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Juni 2023
Rubrik: Panorama, Seite 44
von Michael Stallknecht

Weitere Beiträge
«Unsere eigene Stimme, die zu uns singt»

Wir alle kennen die Arbeiten von Barrie Kosky. Und die meisten von uns lieben seine Produktionen. Koskys zehnjährige Intendanz an der Komischen Oper wurde geprägt von gefeierten Wiederentdeckungen und quietschbunten Produktionen; häufig mit dem Choreografen Otto Pichler an seiner (tänzerischen) Seite. Und wer bei den Aufführungen von Koskys Inszenierungen von...

Wahrhaftigkeit und Wahnsinn

Das ultimative Idyll, vielleicht ist es auch nur eine Utopie, begegnet uns schon in Nummer zwei. «Es ruht so wohl, es ruht so warm», dichtete Eduard von Bauernfeld, von Franz Schubert in «Der Vater mit dem Kind» als klangliches Andachtsbild festgehalten. Und dass diese Minuten völlig kitschfrei gesungen werden, voller Wärme, inniglich und echt, vielleicht auch aus...

Vier Mal Leben

Operneinakter gehen nicht, auch nicht im Doppelpack, heißt eine eiserne Theaterregel. Strauss’ «Salome» und «Elektra» gelten inzwischen als abendfüllend; eine Ausnahme wie das zwangsverheiratete Verismo-Paar «Cavalleria rusticana» und «Pagliacci» bestätigt nur die Regel. Frankfurts Intendant Bernd Loebe, kein Freund großer Worte, hat sich davon noch nie beirren...