Wagner zum Lesen
«Parsifal» ist Wagners letztes Musikdrama, dem Untertitel nach ein «Bühnenweihfestspiel». Das ominöse Wort lässt sich in heutige Sprache übertragen: Es bezeichnet die spezifische Einheit von Aufführung, Spielstätte und Handlung, auf die es Wagner ankam, und die er auf vielfältige Weise mit Ritualen durchsetzte. Zwischen «Parsifal» und den Bayreuther Festspielen gibt es eine symbiotische Beziehung, die bis heute anhält. Es geht dabei um Selbstverständnis und Paradigmenwechsel der Festspiele, um ideengeschichtliche Aspekte also. Es geht aber auch um Aufführungspraxis.
«Parsifal» ist das einzige Stück, das Wagner in Kenntnis der Bayreuther Akustik und des verdeckten Orchestergrabens komponiert hat. Für die Festspiele ist damit ein – vielleicht inzwischen das letzte – Alleinstellungsmerkmal gegeben: «Parsifal» klingt nirgends so (gut) wie in Bayreuth. Die «Meistersinger» und ihr polyphoner Orchestersatz zum Beispiel haben es schwer mit dem verdeckten Graben. Die Klangmischungen des «Parsifal» dagegen lassen sich dort erst richtig herstellen, was nicht heißt, dass sie sich automatisch einstellen würden. Dirigent und Orchester sind nicht weniger, sondern anders gefragt als beim «Ring» ...
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Opernwelt September/Oktober 2020
Rubrik: Magazin, Seite 70
von Stephan Mösch
Es glich dem «Lied überm Staub danach», rief Ingeborg Bachmann, Österreichs Zauberin des lyrischen Wortes, einer zerbrochenen Liebe nach. Gemeint war das Schauspiel «Jedermann» ihres Landsmanns Hugo von Hofmannsthal, das, zuvor in Berlin von der Kritik verrissenen, am 22. August 1920 über den Salzburger Domplatz schallte. Ein schlichtes Gastspiel aus der Hauptstadt...
Diese Übersicht bietet eine Auswahl der bei Redaktionsschluss angekündigten Musiktheaterpremieren der Monate September/Oktober 2020. Alle Angaben ohne Gewähr! Informationen zu Wiederaufnahmen und Repertoirevorstellungen finden Sie auf den Websites der Häuser. Eine Liste mit Kontaktdaten gibt es online unter diesem Link:
www.der-theaterverlag.de/serviceseiten/theat...
Sie könnte die musikalische Gattung der Stunde sein. Weil sie den Menschen in nicht gerade einfachen Zeiten ein bisschen Ablenkung verschaffte, im besten Fall Unterhaltung auf hohem Niveau. Und weil sie immer flexibel auf die jeweiligen Gegebenheiten zu reagieren, sich ihnen anzupassen wusste. Diese Flexibilität zeichneten die Operette und ihre Macher von jeher...
