Wagner: Tannhäuser

Paris, Wagner: Tannhäuser

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Seiji Ozawa dirigiert mehr mit den Augen als mit den Händen, die nur kleine Bewegungen verrichten. Die Liebesträume und Pilgerzüge des «Tannhäuser» erblühen betörend farbig und intensiv. Mit klarer Stimmgewalt bestreitet Eva-Maria Westbroek die Partie der Elisabeth. Gegen sie behauptet sich mit erotischen Verlockungen das dunkler getönte Organ von Béatrice Uria-Mon­zon (Venus). Ein wenig forcieren müssen in der riesigen Halle an der Place de la Bastille allerdings beide an sich vorzügliche Sängerinnen.


Mit der Herausforderung der thüringischen Minnesängerwelt einer fernen Zeit durch Heinrich Tannhäuser stehen konträre Lebensstile zur Diskussion – und mindestens ebenso intensiv wie in Wagners «Meistersingern» geht es um Fragen einer zeitgemäßen Kunst wie um das Verhältnis von Kunst und Leben. All diesen Dimensionen trägt Robert Carsen Rechnung. Er transponiert das Werk, ohne ihm ungebührlich Gewalt anzutun, in die Gegenwart: Tannhäuser ist Maler und Leiter einer Meisterklasse – von Anfang bis Ende sucht er, was er sieht und erfährt, mit Stift und Pinsel festzuhalten. Das Ballett wird von seinen Studenten bestritten, die sich – wie er und das Modell Venus auf der Matratze – in ...

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Opernwelt Februar 2008
Rubrik: Kurz berichtet, Seite 51
von Frieder Reininghaus

Vergriffen
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