Wagner in Würzburg
In groß angelegten Biografien spielt Wagners Würzburger Jahr (Januar 1833 bis Januar 1834) meist nur eine untergeordnete Rolle: Als, laut eigener Aussage, dilettierender Chordirektor, lernte er den Repertoirebetrieb kennen. Theatermacher galten damals noch als eine Art Gaukler, und es sollte noch dauern, bis sie aus den unteren sozialen Schichten aufsteigen konnten. Wagners Bruder Albert stand in allen Vorstellungen auf der Bühne: als Fra Diavolo ebenso wie als Robert der Teufel, Max und Hüon.
Richards Gage war etwas höher als die der Putzfrau oder des Billeteurs, aber der Friseur verdiente wesentlich mehr. Das Theater musste, auch wenn seine Grenzen dabei weit überschritten wurden, die neuesten Sensationsstücke aus Paris nachspielen, mehr als vier Aufführungen gab es nicht. Kurz: Den Menschen und Kunst verschleißenden Theateralltag, den Wagner später so heftig geißelte, hat er in Würzburg, wie später in Magdeburg und Riga, gründlich kennen gelernt. Immerhin: «Die Feen» hat er in Würzburg komponiert, und er verließ die Stadt erst, als die Partitur fertig war. Um ein Nachfolge-Engagement kümmerte er sich nicht: Zu sehr hoffte er, seine erste vollendete Oper in Leipzig ...
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