Wagner im Kleinen
Ältere Semester werden sich noch erinnern, dass Wagnerianer schon die Nase rümpften, wenn mittlere Opernhäuser sich an die Tetralogie wagten. Inzwischen ist «Der Ring des Nibelungen» selbst an kleineren und kleinsten Bühnen angekommen – in Bayern aktuell am Mainfranken Theater Würzburg sowie an den Landestheatern Coburg und Niederbayern, die sich der Herausforderung unter erschwerten Bedingungen stellen, denn alle drei Häuser haben sich den Vierteiler ausgerechnet in Umbau-Zeiten vorgenommen.
In Coburg ging bisher nur das «Rheingold» über die Bühne (Premiere im September 2019).
Der spätklassizistische Theaterbau mit 488 Plätzen muss dringend saniert werden, wird aber noch bis Sommer 2022 bespielt. Danach, in der Interimsspielstätte, einer Art Globe Theatre (360 Plätze), soll sich der «Ring» schließen. Intendant Bernhard F. Loges gewann als Regisseur Alexander Müller-Elmau, der auch das Bühnenbild verantwortet. Durch die Verschiebung von abstrakten und konkreten Elementen – darunter ein goldenes Gehirn – schafft er unterschiedliche Atmosphären und lässt ambivalente Kunstfiguren auf heutige Menschen treffen (Kostüme: Julia Kaschlinski). Gastsolisten wie Simeon Esper als Loge und ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt Mai 2020
Rubrik: Magazin, Seite 62
von Monika Beer
Liebe Leserin, lieber Leser,
die Zeit ist aus den Fugen. Wir hätten nie gedacht, dass unsere Städte und Länder den Shutdown erleben, dass Theater schließen, Opern nicht mehr spielen, Tänzer nicht mehr tanzen; jedenfalls nicht mehr öffentlich auf der Bühne, sondern bestenfalls im Streaming.
Menschenleben stehen «zur Disposition», wenn nicht mehr allen...
Ende Januar bezog die Freie Volksbühne Frankfurt am Main im Großen Hirschgraben ein festes Quartier. Und zur Eröffnung gab es eine neue Version von Heinrich Hoffmanns «Struwwelpeter» – Theater für Kinder mit ihren Erwachsenen, dazu drastische, teils ironische, teils makabre Musik von Uwe Dierksen, Christian Hommel und Hermann Kretschmar, alle Mitglieder des...
Das innere Glück war nicht unbedingt Untermieter in Beethovens Psyche; auch sein Liedwerk bestätigt, dass in seiner Musik häufig Dämonen umgehen. So bergen schon seine frühen Lieder manch Ungemach. Die Texte – vor allem von Goethe – wählte er wohl daraufhin aus; oft ist die Rede von Liebesklage, kaum zu erfüllender Sehnsucht, vom Tod.
Abgesehen von solch...
