Wagner: Das Rheingold
Es ist noch kein Menschenalter her, da hielt man es in Bayreuth hochnäsig für ein Wagnis, wenn das Städtebundtheater Hof eine Oper stemmte. Inzwischen sind die Hofer bei Richard Wagner angekommen – und zwar achtbar. Intendant Uwe Drechsel lässt das «Rheingold» mit zeitgemäß scheinenden Videosequenzen beginnen, doch inhaltlich lernt man bei Wassertropfen in Zeitlupe und sich öffnenden und wieder schließenden Blütenkelchen nichts dazu. Die Harmlosigkeit dieser Bilder setzt sich fort im bewegungsfeindlichen Bühnenbild von Rudolf Rischer.
Die Rheintöchter tänzeln so beziehungslos zwischen Gazevorhängen und ein paar angedeuteten zackigen Pappfelsen herum, dass niemand – auch nicht ein sängerdarstellerisch prägnanter Alberich wie Jürgen Schultz – deshalb elementar fluchen müsste.
Auch in der Folge bleibt vieles in arg konventionellen Bahnen, erst in der freien Gegend auf Bergeshöhen und in Nibelheim schafft es der Regisseur, mit seinen durchwegs spielfreudigen Solisten glaubhafte Figuren und Beziehungen herzustellen. Gastsänger Renatus Mészár ist ein kraftstrotzend-junger Wotan, der seine First Lady Fricka offenbar mit der eigenen Schwester betrügt und ohne Freias Äpfel auf Heroin ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Her Master’s Voice» – das ist kein Wortspiel eines boshaften Journalisten, sondern ihre höchst eigene Erfindung. Elisabeth Schwarzkopf hat sich selbst so bezeichnet, und sie hat nie verschwiegen, wie sehr sie ihre künstlerische Entwicklung auch ihrem Ehemann Walter Legge verdankt, dem legendären Plattenproduzenten von His Master’s Voice, Columbia und EMI.
Und wie...
Umberto Giordanos «La Gioconda» mag in puncto Unglaubwürdigkeit der Handlungsabläufe Verdis «Trovatore» oder «Forza» und so manche Barockoper weit übertreffen, uninszenierbar ist sie keineswegs. Aber zunächst einmal müsste der (Bühnen-)Raum stimmig sein. Schwarzes Gusseisen, venezianische Brückenlandschaften, triste Beleuchtung und Nebelschwaden erzeugen keine...
Es sollte die glanzvolle Saisoneröffnung und zugleich der Auftakt der musikalischen Veranstaltungen des Mozartjahres in Spanien werden. Die Presse hatte die Rückkehr des Don Juan in einer echten Eigenproduktion mit spanischer Starbesetzung mit reichlich Vorschusslorbeeren bedacht. Doch es kam anders. Das späte Debüt des Theaterregisseurs Lluis Pasqual und des...
