Giordano: La Gioconda

Barcelona

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Umberto Giordanos «La Gioconda» mag in puncto Unglaubwürdigkeit der Handlungsabläufe Verdis «Trovatore» oder «Forza» und so manche Barockoper weit übertreffen, uninszenierbar ist sie keineswegs. Aber zunächst einmal müss­te der (Bühnen-)Raum stimmig sein. Schwarzes Gusseisen, venezianische Brü­ckenlandschaften, triste Beleuchtung und Nebelschwaden erzeugen keine ­Atmosphäre, da mögen die Karnevals­sequenzen noch so rot leuchten und die Tanzszenen noch so solide choreografiert sein.

Für szenische Logik wäre auch eine Personenführung nötig, die glaubhaft macht, dass die in Text und Musik melodramatisch hervorgekehrten Gefühle – Eifersucht und bitterer Hass, aber auch Liebe als Eros und Caritas – sich zwischen Menschen Bahn brechen und nicht nur zwischen singenden Kostümträgern. Die wirklichen, zu Recht vom Pub­likum am meis­ten gefeierten Stars der Aufführung in Barcelona waren denn auch Ángel Corella und Letizia Giuliani mit einem exzellenten Pas de deux zum «Tanz der Stunden», der das Stück freilich genauso sprengte wie die Matrosenszene zu Beginn des zweiten Akts mit barfüßigen und (zur Karnevalszeit im Februar!) groß­­teils halbnackten, musku­lösen Sta­tis­ten, die Segel hissen ...

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Opernwelt Dezember 2005
Rubrik: Kurz berichtet, Seite 60
von Klaus Kalchschmid

Vergriffen
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