Vorsprung durch Balladen
Sehr knapp war das. Während sämtliche Juni- und August-Konzerte der Schubertiade dasselbe Schicksal ereilte wie gefühlt 99 Prozent aller Konzerte, sollte an drei Juli-Tagen im Markus-Sittikus-Saal zu Hohenems wenigstens der Nachwuchs zum Zuge kommen. «Neue Stimmen», das mag ein Nebenprogramm vor weniger Zuhörern sein, aber immerhin: Schauplatz ist das Lied-Mekka schlechthin. Und man braucht nur wenig Fantasie, um sich vorzustellen: Schon bald, in besseren, Corona-freien Zeiten, wird Konstantin Krimmel ein Stern im Hauptprogramm des Festivals sein.
Und nicht nur dort: Der Mann gehört ebenso in Londons Wigmore Hall wie auf all die anderen Edel-Podien.
Ein Paradox ist das. Der 27-Jährige hat sein Studium an der Stuttgarter Musikhochschule noch gar nicht beendet. Und doch klingt Krimmel so reif, so fertig, so reflektiert, als sei er schon seit Langem im Geschäft. Auch, weil sich sein Lieblingsrepertoire als Glücksgriff für den Karriere-Einstieg erwies. Statt sich an der x-ten «Winterreise» zu versuchen, wurden es Balladen. Jene Nummern von Loewe oder Schubert also, die Opernrecken zu singen pflegen, wenn sie sich mit Lied-Image schmücken wollen. Bei Krimmel wirken die Stücke, als habe ...
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Opernwelt August 2020
Rubrik: Magazin, Seite 54
von Markus Thiel
Es klingt vielversprechend. Ein traumhafter Blick auf die Elbe, Lieblingsarien und ein Glas Wein, die Spieldauer stets «erfrischende» 90 Minuten, in einem Wort: «#operkanngeil». Yvonne Bernbom, Susann Oberacker und Inken Rahardt, die Macherinnen des Opernlofts in Hamburg, legen in der Außenkommunikation sichtbar Wert darauf, dass die vermeintlich elitäre Kunstform...
Als am 1. Mai Premiere auf YouTube war, schrieben wir in unseren Corona-Zeiten den «Tag 47». Was man damals noch nicht wissen konnte: Es war ungefähr die Mitte der virusbedingten Isolationsphase. Mittlerweile nimmt das Leben wieder ein wenig Fahrt auf. In Salzburg hatte mit besagtem «Tag 47» der um Ideen nie verlegene versatile junge Regionalkantor der...
arte
02.08. – 16:00 Uhr
Das große Welttheater – Salzburg und seine Festspiele
Im 100. Jahr des Festivals gewährt der szenische Dokumentarfilm von Beate Thalberg einen Blick auf die Dramen und unbekannten Ereignisse, die sich hinter der Bühne abspielten. Von ihrer Gründung 1920 über den künstlerischen Widerstand nach Hitlers Machtergreifung und den Neustart 1945 bis...
