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«Atonale Götzendämmerung»: Die Einlassungen des Wiener Kritikers Julius Korngold gegen die Schönberg-Schule

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«Vorne auf den Sesseln die Kritiker, entstellt von Eitelkeit», notierte Gottfried Benn 1928 in «Saison», und Joachim Kaiser zitiert ihn fast verschämt zu Beginn seines «Kleinen Theatertagebuchs» (1965), um danach eine subtile Analyse eben jener Gefallsucht folgen zu lassen. Kritiker seien eitel, weil ihr Tun sie dazu bringe und zwinge, «wohlerworbenen Geschmacksurteilen ein Moment objektiver Vernunft zuzuschreiben».

Letztere hatte bei Julius Korngold, dem Nachfolger Eduard Hanslicks auf dem Merkerstuhl der «Neuen freien Presse», freilich stets einen subjektiven «Anflug von Ressentiment, Kleinlichkeit und Eifersucht», wie der von Korngold häufig gebeutelte Ernst Krenek in seiner Autobiografie «Im Atem der Zeit» feststellte.

Hinzu kam geradezu schamloser Nepotismus. So stilisierte Korngold d. Ä. mit seinen harschen Beurteilungen der Rivalen seines Sohnes diesen quasi zum Heiland der Musik, der die Dämonen der «Neumusik-Ismen» mit dem Wundermittel einer alles kurierenden Tonalität austreiben sollte. Das fiktive Gespräch eines «älteren Herren» mit einer jungen Dame ab Seite 271 des Faksimile führt zielsicher zu einem «jungen Musiker», einem Talent, das «heute oder morgen wieder auf ...

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Opernwelt August 2020
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 35
von Gerhard Persché

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