Von Träumen und Traumata
Von einer Pendlerpauschale ist nichts bekannt. Weber ging den Weg zum Arbeitsplatz zu Fuß: fünfzehn Kilometer die Elbe abwärts. Ein kleiner, schmächtiger, lungenkranker, leicht hinkender junger Mann am Stock. Erst später leistete er sich einen Wagen, um von seinem Sommerwohnsitz Hosterwitz nach Dresden zu fahren, wo er das neugegründete deutsche Departement der Hofoper aufzubauen hatte. In Dresden fand Weber nicht nur seinen Lebensmittelpunkt, sondern auch die innere Balance, die er brauchte, um komponieren zu können.
Von Hosterwitz suchte er gern die damals noch ganz unerschlossene Sächsische Schweiz auf, ohne die die Wolfsschlucht im «Freischütz» undenkbar ist. Oder die Keppmühle, wo er die «Aufforderung zum Tanz» erstmals vorführte. «Ich lebe in herrlicher Natur, die es mir erlaubt, einmal ganz mir selbst und meinem inneren Treiben zu leben», heißt es in einem Brief vom Juli 1818. Das alte Winzerhaus ist heute renoviert und gehört als Außenstelle zum Dresdner Stadtmuseum. Es bietet eine eigene Konzertreihe, viele Faksimiles und Webers Familie in Öl. Man sieht das Arbeitszimmer, Webers Stimmgabel, seinen Taktstock, mit dem er, als erster Dirigent überhaupt, versuchte, ...
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Giselher Klebe gehörte zwischen 1960 und 1980 zu den herausragenden Vertretern der so genannten Literaturoper. Zwölf Bühnenwerke hat der seit 1957 in Detmold ansässige Komponist bis 1983 zur Uraufführung gebracht, als Nachzügler folgte 1995 noch «Gervaise Macquart» (OW 1/96). Seither ist es um den früher viel gespielten Komponisten still geworden. Detmold hat...
Man muss genau zuhören an diesem Abend. René Jacobs, fast möchte man schon von einem Spätstil bei ihm reden, dirigiert Monteverdis «Poppea». Es sind knapp vier Stunden von minimalistischer Wirkung. Keinerlei grobe Affekte hat Jacobs der nur als Skelett überlieferten Partitur hinzuinstrumentiert. Die Farben bleiben gedämpft, aber in sich reich, der Ton leise, aber...
