Rautavaara: Rasputin

Lübeck

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Das Stück hört sich fast so an, als hätten sich Meyerbeer, Puccini und Mascagni zusammengetan, um einen neuen «Boris Godunow» zu schreiben. Aber mehr als eine plakative Kopie der «Grande Opéra» mit – teilweise – heutigen Mitteln ist nicht dabei herausgekommen, gestützt auf einen lehrhaft-banalen Text und belastet von der ermüdenden Länge des Immer-noch-einmal-sagen-Müssens.

Die vom Intendanten Marc Adam szenisch betreute deutsche (und deutschsprachige) Erstaufführung von Rautavaaras Historienoper «Rasputin», die Lübeck mit anerkennenswertem Bemühen auf die Bühne wuchtete, unterstrich die Schwächen des Werkes mit harmlos wirkenden dekorativen Tableaubildungen und müden Orgien; die Ausstattung von Julia Hansen verlor sich im Historisierenden.
Musikalisch waren durchaus Ansätze zu spüren, dem Substanzlosen Substanz zu verleihen. Etwa bei Vincent Le Texier, der in der Titelrolle mit eindrucksvoll knorrigem Bass seine Litaneien repetierte. Oder bei Veronika Waldner, die mit ihrem expressiven Mezzo der eher kolportagehaft angelegten Figur der leidenden und verführten Zarin Alexandra menschliche Tiefe abzugewinnen vermochte. Auch die übrigen der insgesamt fünfundzwanzig handelnden ...

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Opernwelt April 2006
Rubrik: Kurz berichtet, Seite 54
von Gerhart Asche

Vergriffen
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