Von Mozart beschwingt

In Ludwigsburg erlebt E. T. A. Hoffmanns Singspiel «Liebe und Eifersucht» seine verspätete Uraufführung

Kein leichtes Spiel für Kapellmeis­ter Kreisler: Nicht einmal ein Jahr ist E. T. A. Hoffmann im Amt des zuständigen Musikdirektors zu Bamberg, da sieht er schon die Unzahl der (theatralen wie menschlichen) Unzulänglichkeiten. Am 21. Januar 1809 schreibt er an Johann Friedrich Rochlitz, den Begründer der «Allgemeinen Musikalischen Zeitung»: (...) «Zu einer guten Oper z. B. fehlt es an allen Erfordernissen; an Sängern, Sängerinnen, Orchester usw.

Auf meinen Rat, wie das Ganze nur zu irgendeinem Grad von Vollkommenheit zu erheben wäre, wurde nicht geachtet, und statt auf meine Kenntnisse etwas zu geben, fand es Hr. C [Heinrich Cuno, Verfasser eines Spektakelstücks] sogar anstößig, dass ich mich nicht da­rauf einlassen wollte, die Sänger mit der Violine zum Singen wie die Vögel zum Pfeifen abzurichten, sondern den Gesang kunstmäßig beim Flügel einstudieren wollte. (...) Musikdirektor bin ich zwar geblieben, besorge indessen nur die Gelegenheitskompositionen.»
Nicht zu diesen Gelegenheitskompositionen zählt ein Werk, das Hoffmann anno 1807 komponiert hat und das er nun (vergeblich) auf die Bamberger Büh­ne zu bringen sucht: das Singspiel «Liebe und Eifersucht» auf Don Pedro Calderón de ...

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Opernwelt September/Oktober 2008
Rubrik: Festspiele I, Seite 36
von Jürgen Otten

Vergriffen
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