Von großen und kleinen Gefühlen

Véronique Gens singt französische Lieder von Henri Duparc, Ernest Chausson und Reynaldo Hahn

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Liebhaber des französischen Lieds, der mélodie, werden bei dieser CD ins Schwärmen geraten. Véronique Gens gehört seit mehr als zwei Jahrzehnten zu den renommiertesten Interpretinnen der Barockoper, feiert aber auch mit Gluck, Mozart und französischer Musik des 19. Jahrhunderts Erfolge. Als Liedsängerin macht sie sich rar. Die einzigen einschlägigen CDs, Berlioz’ «Les nuits d’été» sowie ein Programm mit Liedern von Fauré, Debussy und Poulenc, liegen bereits 15 Jahre zurück, gehören neben den Aufnahmen von Sandrine Piau aber zu den herausragenden Recitals in diesem Repertoire.



Jetzt hat die Sopranistin 24 Lieder von Ernest Chausson, Henri Duparc und Reynaldo Hahn zu einem Bouquet zusammengebunden – Komponisten, die zwar im Schatten von Debussy und Ravel stehen, die als Kleinmeister abzutun aber weder ihrer liedgeschichtlichen Bedeutung noch ihrer musikalischen Qualität gerecht wird. Insbesondere die Lieder von Hahn, darunter fünf historisierende Pastiches aus den 1900 veröffentlichten «Études latines», sind faszinierende Beispiele eines gleichermaßen schlichten wie artistischen Umgangs mit den Stilmodellen der damals gerade wiederentdeckten Barockmusik. Gens singt sie, im Ausdruck ...

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Opernwelt März 2016
Rubrik: CD des Monats, Seite 21
von Uwe Schweikert

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