Von gestern auf heute
Lyon: «Elektra»
Wieder hat er ganze Arbeit geleistet: In mehr als 60 Details weicht Hartmut Haenchens «Elektra»-Material von den gängigen Druckfassungen ab. Änderungen und Ergänzungen, die, so die feste Überzeugung des Dresdner Dirigenten, den letzten Willen von Richard Strauss spiegeln. Aufgespürt vor allem in der Uraufführungspartitur von 1908/09. Für sich genommen, wirken die meisten «Korrekturen» marginal – ein ritardando-Zeichen hier, ein sforzato-Kürzel dort, neue Akzente, Fermaten, Atemzeichen.
In der Summe aber schärfen sie die Kontraste, die Konturen der Architektur – die Statik eines an die Grenzen des Tonalen rührenden Werks, das (fast) nur aus klingender Energie zu bestehen scheint. So weit sollte Strauss sich nie mehr in die Sphäre einer explosiven, schäumend dissonanten Expressivität vorwagen. «Elektra» ist, radikaler noch als «Salome», extremistische Musik. Genau so war das Stück gedacht, als 100-Minuten-Rausch, für Riesenstimmen und Riesenorchester (115 Musiker!). Und genau so hat Hartmut Haenchen es beim «Festival Mémoires» an der Opéra de Lyon freigesetzt. In kaum je gehörter Präzision, Transparenz und Balance.
Denn sobald dieser Forschergeist den Taktstock ...
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Opernwelt Mai 2017
Rubrik: Im Focus, Seite 8
von Albrecht Thiemann, Eleonore Büning, Stephan Mösch, Götz Thieme
Liebhabern der Barockoper ist Carl Heinrich Graun kein Unbekannter. Seine Montezuma-Oper liegt seit vielen Jahren als Einspielung vor und hat mehrere Inszenierungen erlebt; für die Staatsoper Unter den Linden grub René Jacobs 1992 «Cleopatra e Cesare» aus, jene Oper, mit der das Haus 250 Jahre zuvor eröffnet worden war. Doch wer kennt schon Musik aus Grauns...
ML = Musikalische Leitung
I = Inszenierung
B = Bühnenbild
K = Kostüme
C = Chor
S = Solisten
P = Premiere
UA = Uraufführung
WA = Wiederaufnahme
Deutschland
Aachen
Theater Aachen
Tel. 0241/478 42 44
theaterkasse@mail.aachen.de
www.theateraachen.de
– Anatevka: 1., 7., 21.
– Powder Her Face: 6., 17.
– Das Tagebuch der Anne Frank: 11.
– Strauss, Ariadne auf Naxos: 14. (P), 19., 27.;...
Frau Chevalier, mögen Sie Medea?
Ja. Und nicht nur, weil sie eine mythische Figur ist. Sondern auch, weil sie wahnsinnig interessant ist. Weil sie so viele Facetten in sich trägt, weil sie ein inneres Gesicht hat. Medea wird im Verlauf ihrer Geschichte Mensch. Man kann sie, ihr Handeln, verstehen, weil es uns als menschliches Handeln begegnet. Ja, ich habe Sympathie...
