Von der Leichtigkeit des unerträglichen Seins
Wenn die Unterwelt ihre Furien ausspuckt, die Erde zittert und der Himmel grollt, dann hat die Musik ihren großen Auftritt. Sie erledigt solche Ereignisse in wenigen Takten, meist sogar in wenigen Sekunden. Doch solche Sekunden haben es in sich. Da sackt plötzlich jede metrische Ordnung weg, und die Streichinstrumente donnern wuchtig, als wollten sie den Schlägen der Pauke Konkurrenz machen. Ein andermal spielen die Geigen rasende Läufe, die auf Akkorde krachen wie ein Blitz auf den Horizont. Das Cembalo schraubt derweil die Harmonien in immer schrägere Regionen.
Während die Musik stürmt, stutzt und staunt man: Was für eine Kraft, was für ein Kalkül, was für ein Komponist!
Bekannt wurde der Mann als Genie der Gambe. Viele hundert Stücke hat er für dieses Instrument geschrieben, Spieltechniken und Saiten erweitert. Die Gambe war für ihn dasselbe wie das Klavier für Chopin: Es geht um die Intimissimi musikalischer Tagebücher genauso wie um schiere Virtuosität und manchmal auch ein bisschen um pädagogisches Weitertreiben überkommener Möglichkeiten. Marin Marais gehörte ab 1676 zu Lullys Orchester an der Pariser Opéra. Von Lully lernte er das Komponieren und das Dirigieren. Erst ...
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Ein großer Tag, ein Ehrentag für Generalintendant Klaus Pierwoß: In seiner letzten Spielzeit wurde ihm der neu geschaffene Preis der Deutschen Theaterverlage überreicht, und was Winfried Jacobs, der Vorsitzende der Jury, dazu an Begründungen in seiner Laudatio ausführte, zeigte eindrucksvoll den Rang, den das Bremer Musiktheater dank Pierwoß während der letzten...
Stephan Braunfels ist von Haus aus Architekt, aus Leidenschaft Opernfan und von daher in Ausnahmefällen auch als Bühnenbildner aktiv. Sein Standpunkt: Nikolaus Lehnhoff ist unter allen lebenden Regisseuren der am klarsten Strukturierte. Einer, bei dem alles auf den Punkt gebracht wird und jede Bewegung logisch ist. Einer, der nichts dem Zufall überlässt oder einer...
